Seniorenheime: Team K fordert Entlastung für Senioren und Familien

Kern der Forderung ist, dass künftig kollektivvertraglich vereinbarte Lohnerhöhungen sowie inflationsbedingte Personalkostensteigerungen vollständig von der öffentlichen Hand getragen werden. Diese Mehrkosten sollen nicht länger über höhere Tagessätze an die Bewohnerinnen und Bewohner der Seniorenheime sowie deren Angehörige weitergegeben werden.
„Gute Pflege braucht gut bezahltes Personal. Die Aufwertung der Pflegeberufe ist richtig und notwendig. Diese zusätzlichen Kosten dürfen aber nicht auf die pflegebedürftigen Menschen und ihre Familien abgewälzt werden“, betont Rieder.
Wie aus einer Analyse der offiziellen Tarifübersichten hervorgeht, haben im Jahr 2026 insgesamt 74 der 79 Seniorenwohnheime in Südtirol ihre Grundtarife erhöht. Während einige Einrichtungen nur geringfügige Anpassungen vorgenommen oder ihre Tarife unverändert gelassen hätten, seien in anderen Heimen deutliche Kostensteigerungen verzeichnet worden. Teilweise müssten Bewohnerinnen und Bewohner mehrere hundert Euro pro Monat zusätzlich bezahlen.
Nach Ansicht des Team K geraten dadurch viele Familien zunehmend unter finanziellen Druck. Wer auf einen Heimplatz angewiesen sei, habe meist keine echte Alternative. „Niemand sollte sich Sorgen machen müssen, ob die notwendige Pflege noch leistbar ist“, so Rieder.
Unterstützung erhält die Forderung auch vom Verbraucherschutzverein Robin. Dieser hatte kürzlich darauf hingewiesen, dass die Tarife in Südtirols Seniorenwohnheimen in den vergangenen zwei Jahren durchschnittlich um 13,3 Prozent gestiegen seien. In einzelnen Einrichtungen wurden laut Auswertung sogar Erhöhungen von bis zu 29 Prozent festgestellt. Für viele Familien bedeute dies Mehrkosten von mehreren tausend Euro pro Jahr.
Kritisch sieht der Verbraucherschutzverein insbesondere, dass Verbesserungen bei der Entlohnung des Pflegepersonals teilweise über höhere Beiträge der Heimbewohnerinnen und Heimbewohner finanziert würden.
Mit ihrem Beschlussantrag fordert Rieder die Landesregierung auf, die bestehende Finanzierungsstruktur der Seniorenwohnheime zu überarbeiten. Neben einer vollständigen öffentlichen Finanzierung der personalbedingten Mehrkosten spricht sie sich auch für mehr Transparenz bei der Tarifgestaltung aus. So solle künftig klar nachvollziehbar sein, welche Preissteigerungen tatsächlich auf höhere Personalkosten zurückzuführen sind und welche anderen Faktoren die Tarife beeinflussen.
„Die Finanzierung einer guten Pflege ist eine öffentliche Aufgabe. Wer sein Leben lang gearbeitet, Steuern gezahlt und seinen Beitrag für die Gesellschaft geleistet hat, darf im Alter nicht vor der Sorge stehen, ob er sich die notwendige Betreuung noch leisten kann“, erklärt die Landtagsabgeordnete des Team K.
Mit Verweis auf den Landeshaushalt 2026 in Höhe von 8,8 Milliarden Euro bezeichnet sie die Finanzierung der Pflege als Frage politischer Prioritäten.
Der Südtiroler Landtag wird sich in den kommenden Wochen mit dem Antrag befassen. Ob die Landesregierung die vorgeschlagenen Änderungen unterstützt, bleibt abzuwarten.






