von ih 09.06.2026 08:30 Uhr

Richtpreisverzeichnis soll wieder direkt vom Land geführt werden

Das Südtiroler Richtpreisverzeichnis für öffentliche Bauvorhaben (RPV) soll künftig wieder direkt von der Landesverwaltung geführt und aktualisiert werden. Gleichzeitig sollen Vertreter der Wirtschaft und der Fachverbände weiterhin aktiv an der Weiterentwicklung des wichtigen Instruments mitwirken. Darauf verständigten sich Landesrat Christian Bianchi, Vertreter des Amts für Hochbau sowie der Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh) bei einem Treffen in Bozen.

Im Bild (v.l.): Daniel Bedin, Walter Pöhl, Landesrat Christian Bianchi, Martin Haller und Marco Springhetti – Foto © lvh

Für den lvh bleibt das Richtpreisverzeichnis ein zentrales Werkzeug für die Bauwirtschaft. „Es braucht ein aktuelles Richtpreisverzeichnis, das wirklich funktioniert – nicht nur für öffentliche, sondern auch für private Bauvorhaben“, betonte lvh-Präsident Martin Haller. Das Verzeichnis müsse praxisnah gestaltet sein und den Betrieben verlässliche Orientierung bieten.

Auch lvh-Direktor Walter Pöhl hob die Bedeutung des Verzeichnisses hervor. Neben den Preisangaben komme es vor allem auf fachlich korrekte und verständliche Beschreibungen an. Die Qualität des RPV habe sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Dieses Know-how aus der Wirtschaft müsse auch künftig in die Weiterentwicklung einfließen, so Pöhl.

Landesrat Christian Bianchi sprach sich ebenfalls für eine enge Zusammenarbeit aus. Der regelmäßige Austausch zwischen öffentlicher Hand und Wirtschaftsvertretern solle fortgeführt werden. Geplant sei die Einrichtung einer eigenen Arbeitsgruppe, die sich mit der laufenden Aktualisierung des Verzeichnisses beschäftigt und von der öffentlichen Verwaltung koordiniert wird. Wirtschaft und Fachverbände sollen dabei weiterhin aktiv eingebunden bleiben.

Darüber hinaus ist ein organisatorischer Neustart vorgesehen. Künftig soll eine professionelle Struktur mit Projektverantwortlichen, Facharbeitsgruppen und klar geregelten Zuständigkeiten aufgebaut werden. Auch die Preisanalysen sollen verbessert und sektorspezifische Abschläge genauer überprüft werden. Langfristig wird zudem eine mögliche Integration von BIM-Technologien (Building Information Modeling) geprüft.

Kritisch sieht der lvh weiterhin pauschale Abschläge bei Ausschreibungen. Aus Sicht des Verbandes müssen öffentliche Ausschreibungen auf realistischen Einheitspreisen basieren, um faire Wettbewerbsbedingungen für die Unternehmen zu gewährleisten.

Die ersten Arbeiten an der neuen Organisationsstruktur sollen bereits im Sommer starten. Ab August soll ein entsprechendes Organigramm vorliegen.

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