Israelischer Angriff auf libanesische Stadt Tyrus mit Toten

Dies sei einer der folgenschwersten israelischen Angriffe auf Tyrus seit dem Ausbruch des Krieges zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz am 2. März, hieß es weiter. Rettungskräfte suchten in den Trümmern nach Überlebenden.
Erstmals Evakuierungsaufruf für ganzes Stadtgebiet
Das israelische Militär hatte vor dem Angriff erstmals eine Evakuierungsaufforderung für das gesamte Stadtgebiet erlassen. Die im Internet veröffentlichte Warnung betraf zudem das nordwestliche christliche Viertel, in dem viele Vertriebene Zuflucht gesucht haben und das von früheren Evakuierungsaufrufen ausgenommen war. Die israelische Armee hatte in der vergangenen Woche erklärt, Kämpfer der vom Iran unterstützten Hisbollah würden sich in dem Gebiet verstecken. Beweise legte es dafür nicht vor.
Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) teilte mit, sie sei zutiefst besorgt über dieses Vorgehen. Dies setze die Menschen in dieser ohnehin chaotischen und unsicheren Lage weiteren Gefahren aus. MSF setzte die medizinische Arbeit in mehreren nahe gelegenen Krankenhäusern sowie den Betrieb mobiler Kliniken für den Tag aus.
Israel hatte Tyrus in den vergangenen Monaten wiederholt beschossen und dies mit Angriffen auf Stellungen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz begründet. Eigentlich gilt im Libanon seit Mitte April eine Waffenruhe. Israel und die von Teheran unterstützte Hisbollah greifen sich dessen ungeachtet weiter täglich an. Der Iran hatte am Montag damit gedroht, Israel abermals anzugreifen, sollte es den Libanon weiter beschießen.
Der Libanon, von dessen Boden aus die Hisbollah aktiv ist, war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Khamenei feuert die Hisbollah seither immer wieder Raketen auf Israel ab. Israel fliegt unterdessen Luftangriffe auf zahlreiche Ziele im Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.
apa






