von ih 27.05.2026 12:45 Uhr

Medizinische Versorgung trotz Brenner-Verkehrssperren gesichert

Angesichts der angekündigten Verkehrssperren rund um die A13 Brennerautobahn am Samstag, 30. Mai, rüstet das Rote Kreuz Innsbruck-Land seine Einsatzstrukturen im Wipp- und Stubaital deutlich auf. Ziel sei es, die medizinische Notfallversorgung der Bevölkerung trotz möglicher Verkehrsbehinderungen ohne Einschränkungen sicherzustellen.

Bild: APA/THEMENBILD

Hintergrund der Maßnahmen ist eine behördlich genehmigte Versammlung auf der Brennerautobahn. Zwischen der Mautstelle Schönberg und der Staatsgrenze wird die A13 von 11 bis 19 Uhr vollständig gesperrt, für den Schwerverkehr bereits ab 9 Uhr. Zusätzlich treten Fahrverbote und Durchfahrtsbeschränkungen auf mehreren Landesstraßen in Kraft.

Um auf mögliche Verzögerungen flexibel reagieren zu können, verdoppelt das Rote Kreuz die Anzahl der Rettungswagen in der Region. Statt der üblichen drei Fahrzeuge werden am Samstag insgesamt sechs Rettungswagen im Wipp- und Stubaital stationiert. Ergänzend dazu steht die Sondereinsatzgruppe (SEG) Wipptal in erhöhter Alarmbereitschaft bereit. Unterstützung kommt außerdem von der Motorradstaffel des Roten Kreuzes, deren Einsatzkräfte auch bei stockendem Verkehr rasch zu Notfällen gelangen können.

Eine zentrale Rolle spielt zudem das bewährte First-Responder-System im Wipptal. Dabei handelt es sich um ehrenamtliche Sanitäterinnen und Sanitäter, die in den Gemeinden wohnen oder arbeiten und bei lebensbedrohlichen Notfällen parallel zum Rettungsdienst alarmiert werden. Ausgestattet mit Notfallrucksäcken und Defibrillatoren können sie oft schneller am Einsatzort sein und die Erstversorgung übernehmen.

Trotz der umfangreichen Vorbereitungen weist das Rote Kreuz darauf hin, dass Verkehrsbehinderungen nie vollständig kalkulierbar seien. „Wir haben uns organisatorisch und personell sehr solide auf die Rahmenbedingungen am 30. Mai eingestellt. Durch die Verdoppelung der Fahrzeuge, die erhöhte Bereitschaft unserer Sondereinsatzgruppe und das engmaschige Netz unserer First Responder sind wir resilient aufgestellt“, erklärt Günter Obojes, Leiter des Rettungsdienstes beim Roten Kreuz Innsbruck-Land. Gleichzeitig betont er, dass der Faktor Verkehr im Straßenrettungsdienst immer eine variable Größe bleibe.

Die Versorgung durch die Tiroler Notarzthubschrauber bleibt laut Rotem Kreuz uneingeschränkt aufrecht. Zusätzlich wurde gemeinsam mit den ÖBB ein neues Notfallkonzept entwickelt: Erstmals steht im Wipptal ein medizinischer Schienentransport als zusätzliches Backup zur Verfügung.

Das neue Verfahren kommt dann zum Einsatz, wenn Straßenverbindungen blockiert sind und gleichzeitig wetterbedingt keine Hubschrauber fliegen können. In diesem Fall steigen Rettungs- und Notarztteams gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten direkt an den Bahnhöfen Steinach oder Matrei in eine regulär verkehrende S-Bahn ein. Während der rund 20-minütigen Fahrt nach Innsbruck bleibt die medizinische Betreuung vollständig gewährleistet. Am Innsbrucker Hauptbahnhof erfolgt anschließend die direkte Übergabe an ein weiteres Rettungsfahrzeug für den Weitertransport in die Klinik.

Das Projekt wurde speziell für die geografischen Anforderungen des Wipptals entwickelt und gilt österreichweit als bislang einzigartiges Kooperationsmodell zwischen Rettungsdienst und Bahn.

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