von mmh 24.05.2026 15:01 Uhr

Gedenkmesse für Silvius Magnago zieht zahlreiche Besucher an

In der Kirche Maria Himmelfahrt in Feldthurns hat die diesjährige Gedenkmesse für Silvius Magnago stattgefunden. Der ehemalige Landeshauptmann von Südtirol und frühere Obmann der Südtiroler Volkspartei gilt als „Vater und Architekt der Südtirol-Autonomie“ und wird als prägende politische Figur der Landesgeschichte gewürdigt.

(Bild: Silvius Magnago Stiftung)

Die Messe wurde von Pfarrer Amort zelebriert und vom Kirchenchor Feldthurns musikalisch umrahmt, der auch die anschließende Feier gestaltete. Zahlreiche Dorfbewohner und politische Vertreter nahmen an der Gedenkveranstaltung teil.

Würdigung eines politischen Lebenswerks

Martha Stocker, Obfrau der Silvius-Magnago-Stiftung, erinnerte in ihrer Ansprache an das Wirken des früheren Landeshauptmanns. „Es war ein großes Glück, dass Silvius Magnago, wenn auch schwer kriegsversehrt, nach Südtirol zurückkehren und dann mit jeder Faser seines Wesens diesem Lande dienen konnte“, sagte Stocker. Sie verwies auch auf die teils kontrovers geführten Diskussionen rund um das politische Lebenswerk Magnagos und die Entwicklung der sogenannten zweiten Autonomie. Eine Aussage von Kritikern, die diese Auseinandersetzungen als „Sternstunden der Demokratie“ bezeichneten, wurde ebenfalls erwähnt.

Feldthurns als historischer Bezugspunkt

Im Anschluss an die Messe ging Bürgermeister Patrick Delueg in seiner Ansprache auf die Gründe für die Ehrenbürgerschaft Magnagos in Feldthurns ein. Dabei hob er sowohl dessen politische Leistungen als auch lokale Bezüge hervor. So habe sich Magnago dafür eingesetzt, dass Feldthurns im Jahr 1960 wieder eine eigenständige Gemeinde wurde, nachdem es in der Zeit des Faschismus mit Klausen zusammengelegt worden war. Auch der Wohnsitz Magnagos in Schnauders sei für die damalige Entscheidung relevant gewesen.

Kompatscher: schwierige politische Rahmenbedingungen

Landeshauptmann Arno Kompatscher ging in seiner Schlussbetrachtung auf die politischen Herausforderungen ein, unter denen Silvius Magnago wirkte. Dabei verwies er auf fehlendes Verständnis seitens Rom und Trient für den Wunsch nach größerer Autonomie sowie auf die Umsetzung des Pariser Vertrags, dessen Unterzeichnung sich heuer zum 80. Mal jährt.

Die politischen Verhandlungen seien laut Kompatscher von Beharrlichkeit, Klarheit und Weitsicht geprägt gewesen. Neben den Gesprächen mit Rom und Trient habe Magnago auch innerhalb seiner eigenen Partei Überzeugungsarbeit leisten müssen, da diese in der Frage des Autonomiepakets geteilt gewesen sei.

Die Gedenkmesse wurde von der Bevölkerung in Feldthurns begleitet und würdigte damit erneut das politische Erbe Silvius Magnagos.

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