von ak 19.09.2022 14:38 Uhr

Queen Elizabeth II. wird beigesetzt

Mehr als eineinhalb Wochen nach ihrem Tod hat, wird die britische Königin Elizabeth II. beigesetzt. An einem Trauergottesdienst zu Mittag in der Westminster Abbey in London nahmen rund 2.000 Gäste, darunter Dutzende Staats- und Regierungschefs wie US-Präsident Joe Biden und Bundespräsident Alexander Van der Bellen, teil. Anschließend wurde der Sarg der Queen in einer feierlichen Prozession zum Wellington Arch gebracht.

APA/AFP

Der Erzbischof von Canterbury pries bei dem Gottesdienst die Art der Queen, auf Menschen zuzugehen. „Sie war fröhlich, für so viele da und hat eine Vielzahl von Leben berührt“, sagte Justin Welby in seiner Predigt bei der Trauerfeier in der Westminster Abbey. Der Erzbischof erinnerte auch an die viel beachtete Rede der Queen an die Nation während der Corona-Pandemie. Elizabeth II. sprach ihren Untertanen damals Mut zu und sagte: „Wir werden uns wiedersehen.“

Begonnen hatte die Trauerfeier kurz zuvor mit dem Läuten der Glocke der Kirche. 96 Minuten lang einmal pro Minute wurde geläutet, um damit jedes Lebensjahres der Königin zu gedenken. Hinter dem geschmückten Sarg betrat anschließend König Charles III. (73) pünktlich um 12.00 Uhr (MESZ) die Kirche. Auch Prinzessin Anne, Prinz Andrew und Prinz Edward sowie die Queen-Enkel Prinz William und Prinz Harry waren Teil des Trauerzugs.

Nach dem Gottesdienst setzte sich der Trauerzug mit dem Sarg in Richtung Wellington Arch in Bewegung. Hinter dem Sarg schritten die vier Kinder der Queen, König Charles III., Prinzessin Anne, Prinz Andrew und Prinz Edward sowie die Enkel Prinz William und Prinz Harry. Gezogen wurden der als Lafette bezeichnete Kanonenwagen, auf dem der Sarg transportiert wurde, von 98 Marinesoldaten. Hunderte weitere Soldaten aus Großbritannien und Ländern des Commonwealths, Polizistinnen und Polizisten sowie Mitarbeiter des Gesundheitsdiensts NHS begleiteten den Trauerzug.

Großer Andrang

Hunderttausende säumten die Straßen der britischen Hauptstadt, um einen letzten Blick auf den Sarg und die Royal Family zu werfen. Noch in der Nacht auf Montag waren viele Menschen in das älteste Gebäude des britischen Parlaments geströmt, um der Königin die letzte Ehre zu erweisen. Die Warteschlange war aber schon am Sonntagabend gegen 22.40 Uhr für neu Ankommende geschlossen worden. Viele, die nach langem Warten nicht mehr zugelassen wurden, zeigten sich enttäuscht. Medien zufolge waren einige in Tränen aufgelöst. Seit Mittwoch war der Sarg im Parlament aufgebahrt gewesen. Tausende Menschen hatten sich in die kilometerlange Schlange eingereiht und viele Stunden Wartezeit auf sich genommen, um ihren Respekt zu zollen.

Die ausländischen Staatsgäste mussten nicht in der Schlange warten. Bundespräsident Van der Bellen war laut einer Sprecherin um 22.00 Uhr bei der öffentlichen Aufbahrung der Queen. Außerdem kondolierte er am Sonntagabend bei einem Staatsempfang im Buckingham Palace dem neuen Monarchen Charles III. und seiner Gemahlin Camilla. In einem am Abend auf Twitter veröffentlichten Video erklärte Van der Bellen: „Die Queen war eine gute Kraft in der Welt.“ Ihr Lebenswerk zu würdigen, sei vielen Österreichern und ihm ein großes Anliegen. „Es ist mir wichtig Österreich, sie alle, hier in London zu vertreten“, so der Bundespräsident.

Hohe Sicherheitsmaßnahmen

Vor dem Staatsbegräbnis herrscht am Montag Ausnahmezustand in Großbritannien, fast überall blieben Schulen und Universitäten sowie Geschäfte und Pubs geschlossen. Hunderttausende Menschen wurden auf den Straßen Londons erwartet, die einen Blick auf den Leichenzug erhaschen wollen. An der Trauerfeier in der Westminster Abbey nehmen Staats- und Regierungschefs, gekrönte Häupter und Würdenträger aus aller Welt teil. Polizei, Geheimdienste und Anti-Terror-Einheiten koordinieren die wohl größte Sicherheitsoperation, die London je erlebt hat.

Ein Polizeisprecher erklärte, die Aufgabe sei „enorm komplex“ und mit nichts in der Geschichte der Stadt vergleichbar – nicht einmal mit dem Platin-Jubiläum der Queen in diesem Juni oder den Olympischen Spielen im Jahr 2012. Unter anderem waren kilometerlange Barrieren, der Einsatz von Überwachungsdrohnen, Motorradeskorten und Pferde- und Hundestaffeln geplant. Mehr als 10.000 Polizisten sollen für Ordnung sorgen. Auf den Dächern werden Scharfschützen positioniert.

Die letzte Ruhestätte

Der Sarg, der am 8. September im Alter von 96 Jahren verstorbenen Queen, wird am Montag in mehreren aufwendig choreografierten Prozessionen von der Abbey zum Wellington Arch gebracht und nach einer Überführung per Leichenwagen nach Windsor in die St.-Georges-Kapelle des dortigen Schlosses. In einer Seitenkapelle der Kirche findet die Queen am Abend ihre letzte Ruhestätte an der Seite ihres im vergangenen Jahr gestorbenen Ehemannes Prinz Philip.

In der Londoner Innenstadt werden zu dem Jahrhundertereignis bis zu einer Million Menschen erwartet. Die britische Botschafterin in Wien, Lindsay skoll, zeigte sich indes „sehr berührt von der starken Anteilnahme in ganz Österreich“. „Die vielen Beileidsbekundungen von offiziellen Vertretern aus der österreichischen Politik, Diplomatie, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur haben mich überwältigt“, unterstrich die Diplomatin in einer der APA übermittelten Stellungnahme. Besonderen Dank richtete sie an jene, die sich in das Kondolenzbuch eingetragen, Briefe und Nachrichten geschickt oder auch Blumen niedergelegt haben.

Das Staatsbegräbnis ist der Höhepunkt einer Trauerperiode mit einem Programm, das seit Jahrzehnten bis ins Detail vorbereitet wurde. Nachdem die Queen am 8. September auf ihrem schottischen Landsitz Schloss Balmoral gestorben war, wurde der Sarg zunächst nach Edinburgh gebracht. Seit Mittwoch war der Sarg in der Westminster Hall für Trauernde zugänglich.

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