von lif 21.05.2022 14:46 Uhr

Festival der Nachhaltigkeit: „Klotzen statt kleckern“

Nicht weniger als 2,5 Millionen Euro lässt sich die Landesregierung das neue thematische Lieblingskind, die Nachhaltigkeit, mit zwei Veranstaltungen kosten. Nach der Infotour in acht Südtiroler Orten zur Nachhaltigkeitsvision der Regierung, die am Ende mit 150.000 Euro zu Buche schlägt, werde nun zum großen Schlag ausgeholt. 

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Die „Internationale Plattform für die Regionen der Zukunft”, die sogenannten Sustainability Days Südtirol werden mit sage und schreibe 2,4 Millionen Euro gefüttert. Diese Zahlen stammen aus einer Antwort zu einer Anfrage, die der Landtagsabgeordnete des Team K Alex Ploner erhalten hat. Hier finanziere sich die Landesregierung mit Steuergeldern eine Politik Show und Wahlkampf Bühne ist das Team K überzeugt. „2,4 Millionen Euro ist eine unverhältnismäßig hohe Summe für eine dreitägige Veranstaltung dieser Art. Lokale Veranstalter und Plattformen, die bereits seit Jahren zu Thema der Nachhaltigkeit wichtige Sensibilisierungsarbeit leisten, müssen mit Minimal Budgets auskommen. Ich kann nicht nachvollziehen, wieso man diese Plattformen nicht vernetzt hat und in die Organisation des Nachhaltigkeitsfestivals mit einbezogen hat“, so Alex Ploner.

Eine Politik-Show?

Jetzt komme auf uns eine mit Millionen von Steuergeldern finanzierte Politik Show zu, die der Landesregierung und vor allem dem Landeshauptmann eine große internationale Bühne biete. Nachdem diese Landesregierung nicht wirklich mit Taten und Erfolgen im Bereich der Nachhaltigkeit aufwarten könne, müsse umso mehr Geld in die Vermarktung dieses Themas gesteckt werden. So wie man sich vor Jahren mit den IDM Millionen zum begehrenswertesten Lebensraum erhoben habe, werde nun Gleiches unter dem Deckmäntelchen der Nachhaltigkeit gemacht, sagt der Landtagsabgeordnete des Team K.

Beim Nachhaltigkeitsfestival und der Nachhaltigkeitstour des Landeshauptmannes handle es sich nicht um organisch gewachsene und in der Bevölkerung verwurzelte Veranstaltungen. Es sind schlichtweg Reißbrett-Events ohne Seele. Die Erfahrung mit dem Genussfestival sollte bewiesen haben, dass deutsche Werbeagenturen, die mit umgekehrt aufgehängt weißen Kühen, nicht wirklich überzeugen können. Die Organisation des Nachhaltigkeitsfestivals wurde per Ausschreibung für über 200.000 Euro an eine Münchner Werbeagentur vergeben.

„Um jeden Euro kämpfen“

„Das sind von Bürokraten und Politikern erdachte und entsprechend teuer finanzierte Events, ohne treibende und authentische Initiatoren im Hintergrund. Kosteneffizienter und der Thematik der Nachhaltigkeit förderlicher wäre es, bereits bestehende Veranstaltungen zu vernetzen und ausreichend zu finanzieren, anstatt einzelnen Mitgliedern der Landesregierung um Millionen an Steuergeldern eine Bühne zur Selbstinszenierung zu finanzieren. Es sagt alles aus, dass die IDM, als einer von der Landesregierung abhängiger Betrieb, die Koordination übernommen hat und die gesamte Pressearbeit und damit die Entscheidung über die Darstellung des Festivals und ihrer Akteure nach Außen, über das Presseamt des Landes läuft. Klingende Namen der Weltpolitik sollen es sein, die man im Namen der Nachhaltigkeit nach Bozen einfliegen wird. Sogar der Name von Barack Obama soll dabei gefallen sein. Das in Zeiten, wo Veranstalter und vor allem Ehrenamtliche derzeit um jeden Euro Unterstützung für ihre Veranstaltungen kämpfen”, fasst Alex Ploner die Situation zusammen.

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