von hz 13.05.2022 19:28 Uhr

Bürgergenossenschaften und Energiegemeinschaften im Mittelpunkt

Die Auftaktveranstaltung der von der genossenschaftlichen Dachorganisation getragenen Initiative Meet Coopbund: Aktive Bürger in Südtirol“ hat im Südtiroler Unterland stattgefunden. Das Ziel des Projekts besteht darin, den Bürgern die Bedeutung, die Grundsätze und die Werte der strukturierten Aktionen zur Entwicklung der örtlichen Gemeinschaft aufzuzeigen, mit denen gezielt und auf zweckmäßige Weise auf die Bedürfnisse der Allgemeinheit eingegangen wird.

Im Bild von links nach rechts: Bürgermeisterin von Neumarkt Karin Jost, Coopbund-Präsidentin Monica Devilli, Markus Frei, eines der Gründungsmitglieder der Bürgergenossenschaft b*coop, Dario Sacchetti, Projektmanager der Genossenschaft „Ötzi - Mein Strom“, Heini Grandi, Vorstandsmitglied von Coopbund Südtirol - Foto: Coopbund Südtirol

In Neumarkt fiel der Startschuss für das vom genossenschaftlichen Vertretungsverband Coopbund Südtirol initiierte Projekt „Meet Coopbund: Aktive Bürger in Südtirol“. Dabei geht es darum, allen aus welchem Grund auch immer interessierten Personen die Bedeutung, die Grundsätze und die Werte der Bürgergenossenschaften und der Energiegemeinschaften sowie die Chancen, die diese für Land und Leute bieten, aufzuzeigen, teilt Coopbund Südtirol in einer Aussendung mit. Besagte Strukturen gestatten es nämlich, gezielt auf die besonderen lokalen Anforderungen einzugehen – allen voran dem Bedürfnis nach einer nachhaltigen Entwicklung der Gemeinschaft durch die Vernetzung verschiedener sozialer Akteure – und konkrete Antworten auf dieselben zu finden.

Förderung effektiver Synergien

Das erste Treffen, zu dem alle Bürger eingeladen waren, fand im Haus Unterland in Neumarkt statt. Eingehend behandelt wurden einige Themen von besonderer Bedeutung im Hinblick auf die Förderung effektiver Synergien. Nach den Grußworten der Bürgermeisterin Karin Jost, die der Initiative sehr aufgeschlossen gegenübersteht, begann unter der Moderation von Markus Frei, einem der Gründungsmitglieder der Bürgergenossenschaft b*coop (UT24 berichtete), der eigentliche Vortrag. Heini Grandi, Vorstandsmitglied von Coopbund Südtirol, sprach über die nachhaltige Entwicklung einer Gemeinschaft sowie über die Bedeutung und die Stärken der Bürgergenossenschaften. Dario Sacchetti, Projektmanager der Genossenschaft „Ötzi – Mein Strom“, beleuchtete den Wert der Energiegemeinschaften im derzeitigen sozialen Umfeld im Detail. Abschließend stellte Markus Frei das „Fallbeispiel“ der Bürgergenossenschaft b*coop konkret vor.

Foto: Coopbund Südtirol

Das Event, das in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Neumarkt veranstaltet wurde, reiht sich in eben jene Initiativen ein, auf die sich die Bürgermeisterin Karin Jost und die Vorsitzende von Coopbund Südtirol, Monica Devilli, geeinigt hatten. Die erste Bürgerin höchstpersönlich überbrachte die Grüße der Gemeindeverwaltung und hob die soziale Bedeutung der zur Diskussion stehenden Themen hervor. Auch unterstrich sie die Notwendigkeit, gemeinsame Initiativen zu fördern, um den neuen Erfordernissen besser gerecht werden zu können.

Coopbund Alto Adige Südtirol war mit einem Stand und entsprechendem Informationsmaterial dabei und stand den an aktuellen Themen im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Entwicklung interessierten Bürgern von Neumarkt, den Fraktionen und den benachbarten Ortschaften Rede und Antwort.

Foto: Coopbund Südtirol

Schlüsselfaktor = Aktive Beteiligung der Bürger

Das Treffen wurde von Monica Devilli eingeleitet, die gleich einige wichtige Punkte hervorhob: „Der Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche Umstellung auf erneuerbare Energieträger ist eben die aktive Beteiligung der Bürger. Nicht ohne Grund eignet sich die Rechtsform der Bürgergenossenschaft optimal für Energiegemeinschaften. Genossenschaften entspringen ihrem Wesen nach dem Engagement von Menschen, die entscheiden, sich zusammenzuschließen und zusammenzuarbeiten. Das Modell der Bürgergenossenschaft erweist sich als besonders zweckmäßig, wenn es um die Umsetzung einer Vielzahl von Aktivitäten und Leistungen für Land und Leute geht. So bietet eine Energiegemeinschaft unzählige Vorteile für die Allgemeinheit, und zwar nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch in Bezug auf soziale und ökologische Aspekte.“

Gesetz regelt Bürgergenossenschaften

Einleitend stellten die Referenten das neue Regionalgesetz (UT24 berichtete) vor, das die Bürgergenossenschaften regelt und eine konkrete und solide Grundlage für die Bestimmung einer Reihe von Aspekten bildet, durch welche sich Bürgergenossenschaften von anderen genossenschaftlichen Unternehmen unterscheiden. Diese betreffen die Definition der Gemeinschaft, ihre territoriale Eingrenzung, die Art ihrer Einbindung in die Verwaltung der Gebietskörperschaften sowie ihr Ziel, nämlich die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung. Auch wurde das derzeit besonders aktuelle Thema der Energiegemeinschaften behandelt, indem ihre Funktionsweise vorgestellt wurde.

Der Kostenexplosion entgegentreten

Es wurde insbesondere darauf eingegangen, wie Klein- und Mittelunternehmen, aber auch die Gemeinden Südtirols konkrete und zeitnahe Lösungen finden können, um der Explosion der Energiepreise zu trotzen. Nur so können sie nämlich eine bedrohliche Situation beherrschen, die dem Wirtschaftssystem ernste Sorgen bereitet. Energiegemeinschaften sind Zusammenschlüsse zwischen Gebietskörperschaften und Gewerbetreibenden oder auch Privatpersonen, die sich gemeinsam mit einer Infrastruktur für die Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen ausstatten und ihren Eigenverbrauch nach einem solidarischen Konzept regeln. Es handelt sich um eine Chance, anhand einer gemeinschaftlichen Form der Energieversorgung auf der Grundlage eines lokalen Tauschsystems der Kostenexplosion entgegenzutreten. Die Ziele liegen in der gemeinsamen Verwaltung, einer nachhaltigen Entwicklung und der Verringerung der Abhängigkeit vom herkömmlichen Stromversorgungssystem.

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