von lif 09.05.2022 10:43 Uhr

Von der Stube zum Grand Prix der Sprachminderheiten

Am 13. Mai 2022 gastiert „Liet International“ in Tondern in Dänemark. Während beim Eurovision Song Contest Englisch die erfolgreichste Sprache ist, singen die Künstler hier in einer Minderheitensprache. Zum heurigen Line-Up gehört die Band Jimi Henndreck aus Lüsen und Völs am Schlern. Eigentlich hätte der Songcontest bereits 2020 stattfinden sollen. Eine Pandemie später, ist es in diesem Jahr nun endlich so weit. 13 Bands aus ganz Europa nehmen am Wettbewerb teil und reisen in die dänische Kleinstadt Tondern. 

Foto: Jimi Hendrick

Genauso wie die Gruppe Jimi Henndreck, die ihre Musik selbst ganz salopp als „progressiv-psychedelische Stubnmusig“ bezeichnet. „Wir kombinieren die Steirische Harmonika mit Gitarre, Bass und Gesang und verleihen dem Ganzen noch eine gute Portion ‚Schmiss‘ – fertig ist unser Sound“, bringt es Manuel Hinteregger, der Mann hinter der „Ziohorgl“, auf den Punkt. Neben dem unverkennbaren Sound ist es aber vor allem die Mundart, die die Musik von Jimi Henndreck einzigartig macht. Denn, gesungen wird auf „Lissnarisch“. „Wir wollen den Dialekt wieder salonfähig machen“, erklärt Gitarrist Marcel Gritsch. Wie Liet International zeigt, sind die vier Jungs damit nicht allein. 

So singen die 13 Künstler ihre Lieder etwa in galicischer, plattdeutscher oder frankoprovenzalischer Sprache. Im Mittelpunkt des Wettbewerbs steht ein Europa, das „nicht nur aus Nationen besteht, sondern aus vielfältigen Regionen mit ihren unterschiedlichen Sprachen und Minderheiten, die in friedlicher Koexistenz mit der Mehrheitsbevölkerung leben“, heißt es vonseiten des Veranstalters. Ganz im Zeichen von Zusammenhalt und kultureller Vielfalt in Europa, eröffnet die ukrainische Sängerin Ingret die Show. 2017 belegte sie bei der ukrainischen Ausgabe von „The Voice“ den zweiten Platz. Als der Krieg in der Ukraine ausbrach, flüchtete sie nach Deutschland.

Dass Jimi Henndreck Teil dieser besonderen Veranstaltung sind, freut sie besonders: „Wir sind so gespannt auf alles, was uns in Tondern erwartet, vor allem aber auf die vielen Künstler aus ganz Europa, die hier zusammentreffen.“ Mit im Gepäck haben sie nicht nur die Steirische, sondern auch die Single „Heihupfa“ vom neuen Album „Stubnmusig 2.0“. Damit wollen sie dem Publikum den ein oder anderen Hüftschwung entlocken und im besten Fall natürlich auch den ersten Platz gewinnen. Ob das gelingt? Südtirol drückt auf jeden Fall die Daumen.

 

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