von su 14.01.2022 16:10 Uhr

Appell: Mehr „Puschtra Trocht“ tragen

Die echte Pustertaler Tracht bekanntzumachen und das Tragen der Tracht zu fördern, hat sich der Bezirksbauernrat Pustertal zum Ziel gesetzt. Dazu beitragen soll die Broschüre „Mir Puschtra in Trocht“, die neben der Beschreibung der echten Pusterer Tracht noch viele wertvolle Tipps zur Anschaffung, zum Tragen und zur Pflege der Tracht gibt. Zudem sind mehrere Informationsveranstaltungen im Puster- und Gadertal geplant. Eine besondere Rolle spielen die Bäuerinnen.

Im Bild: Sie führten die echte „Puschtra Trocht“ vor: Walter Hintner (SBB-Bezirksleiter Pustertal), Joachim Knapp (Bezirksausschuss Südtiroler Bauernjugend), Agnes Egger Andergassen (Vorsitzende der „Arbeitsgemeinschaft Lebendige Tracht“ und Autorin der Broschüre), Manfred Vallazza (Landtagsabgeordneter) und Anton Tschurtschenthaler (SBB-Bezirksobmann Pustertal).

Während in anderen Landesteilen, wie etwa im Sarntal, das Tragen der Tracht zu ganz verschiedenen Anlässen selbstverständlich ist und die Tracht Veranstaltungen einen besonderen Charakter verleiht, ist die Pustertaler Tracht in großen Teilen der Bevölkerung nicht genügend bekannt und wird zu wenig oft getragen, besonders von den Bauern.

Dass es auch anders geht, zeigen die Bäuerinnen und die Mitglieder der Südtiroler Bauernjugend, die deutlich öfters ihre Tracht anziehen. „Der Bezirksbauernrat Pustertal hat sich daher zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein für die echte ‚Puschtra Männertrocht‘ zu stärken und das Tragen der Tracht ‚salonfähig‘ zu machen“, erklärte Anton Tschurtschenthaler, der SBB-Bezirksobmann Pustertal bei der Vorstellung der Initiative am Jörglmoarhof in St. Lorenzen.

Beim Tragen der Tracht etwas nachzuholen

Unterstützt wird das Anliegen des Bezirksbauernrates Pustertal vom Landtagsabgeordneten Manfred Vallazza, vom SBB-Bezirksleiter Walter Hintner und vom Bezirksausschuss Pustertal der Südtiroler Bauernjugend, denen Tschurtschenthaler für ihr Bemühen dankte.

„Beim Tragen der Tracht haben wir einiges nachzuholen. Daher waren wir sofort von der Idee begeistert. Uns ist es ein Anliegen, dass besonders viele Jungbauern die Pusterer Männertracht tragen. Nur so wird die Tradition erhalten und weitergegeben“, sagte Joachim Knapp, Mitglied des Bezirksausschusses Pustertal der SBJ. Neben Knapp haben auch Willi Haller und Hansjörg Lanz von der Südtiroler Bauernjugend aktiv mitgearbeitet.

Tracht immer passend

Wichtig sei auch zu erwähnen, dass die Initiative dazu beitrage, Schneider, Federkielsticker usw. zu unterstützen, so Tschurtschenthaler und Knapp.
Um die „Puschtra Trocht“ bekanntzumachen, hat die Vorsitzende der „Arbeitsgemeinschaft Lebendige Tracht“, Agnes Egger Andergassen, die Broschüre „Mir Puschtra in Trocht“ erstellt. Sie hob am Jörglmoarhof die Vorzüge einer Tracht hervor:

„Eine Tracht ist immer passend und kann so gut wie zu allen Anlässen angezogen werden, bei einer Taufe genauso wie bei einer Hochzeit oder einer Beerdigung, bei Bällen, bei Familienfesten oder Versammlungen. Zudem ist eine Tracht nicht Modetrends unterworfen und kann deshalb viele Jahrzehnte lang getragen werden. Eine gut gemachte Tracht ist sehr langlebig und hat einen hohen Tragekomfort.“ Dass die Initiative, mehr Tracht zu tragen, vom Südtiroler Bauernbund ausging, ist für Agnes Egger Andergassen naheliegend: „Die Tracht war immer das Gewand der Bäuerinnen und Bauern.“

Tracht ist über die Jöcher gegangen

Doch was macht die echte „Puschtra Trocht“ aus? „Die Joppe ist das besondere Merkmal jeder Tracht und gibt Auskunft darüber, wo der Träger herstammt. Im Pustertal ist sie braun oder aber rot für die ledigen Männer. Dazu kommt ein Leibl aus feinem roten Loden oder Wollbrokat“, erklärte Egger Andergassen.

Zur Pusterer Tracht gehört natürlich auch ein Trachtenhemd, die Pfoat, aus Baumwollstoff oder Halbleinen. Dazu wird ein schwarzer Halsflor getragen. Der Hosenheber ist aus grüner Adlerborte gefertigt, mit Querleiste vorne und im Rücken gekreuzt. Empfohlen werden dazu eine Langhose aus schwarzem Loden und feste schwarze Schnürschuhe oder Trachtenschuhe mit roter Randeinfassung und roter Schnürung. Nicht zuletzt gehört zur Tracht ein einfacher schwarzer Wollfilzhut und meist auch ein mit Federkiel bestickter gerader Bauchgurt.

Im Ahrntal wird die Zillertaler Tracht getragen. „Die Tracht ist oft über die Jöcher gegangen“, erklärte Andergassen den Grund. Die Zillertaler Tracht hat eine Joppe aus mittelgrauem festem Loden und ein schwarzes Leibl aus feinem Loden. Zur Tracht wird ein mit Federkiel bestickter Blattlranzen getragen.

Die einzelnen Trachtenelemente sind in der Broschüre „Mir Puschtra in Trocht“ im Detail beschrieben und dargestellt. Zudem gibt Agnes Egger Andergassen darin wertvolle Tipps zur richtigen Pflege der Tracht.

Auf große Bedeutung der Tracht aufmerksam machen

Neben der Broschüre will der Bezirksbauernrat Pustertal auf Veranstaltungen Pustertal und im Gadertal auf die große Bedeutung der Tracht aufmerksam und insgesamt die „Puschtra Trocht“ bekanntmachen. Dazu lädt der Bezirksbauernrat Pustertal nicht nur interessierte Männer ein, sondern auch Frauen. „Sie sollten die Männer dazu bewegen, sich eine Tracht anzuschaffen, damit zukünftig genauso viele Männer wie Frauen eine Tracht tragen“, rief Tschurtschenthaler auf.

Derzeit gibt es die Broschüre „Mir Puschtra in Trocht“ auf Deutsch. Eine ladinische Ausgabe ist in Vorbereitung.

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  1. Itstime
    15.01.2022

    Gehört der Maulkorb auch zur Tracht?

  2. Tom
    14.01.2022

    Besonders mit Pest Carola Sklaven Mundwindel Lappen ein echter Hingucker…und so individuell und authentisch….

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