von hm 14.10.2021 11:08 Uhr

Kurz als NR-Abgeordneter angelobt

ÖVP-Chef Sebastian Kurz hat wieder in der ersten Reihe Platz genommen – nach seinem Rückzug als Kanzler diesmal als Klubobmann im Nationalrat. Begleitet von einem medialen Spektakel zog Kurz Donnerstagfrüh in den Plenarsaal ein, wo er zu Beginn der Sitzung als Abgeordneter angelobt wurde. Vor Journalisten wies er einmal mehr die Korruptionsvorwürfe gegen ihn zurück.

Ungewohnte Perspektive für Kurz. (APA/Punz)

Kurz hatte sich ja nach Bekanntwerden der Ermittlungen der Korruptionsstaatsanwaltschaft nicht komplett aus der Politik zurückgezogen, sondern lediglich aus dem Kanzleramt. Parteichef bleibt er, Anfang der Woche wurde er außerdem einstimmig zum Klubobmann gewählt.

Die Sondersitzung wegen der aktuellen Skandale am Dienstag und die gestrige Sitzung mit der Budgetrede und dem Einbringen eines Untersuchungsausschusses zur ÖVP hatte Kurz noch ausgelassen.

Die Angelobung

Dutzende Medienvertreter warteten nun am Donnerstagmorgen bereits auf den Auftritt des neuen prominenten Abgeordneten am roten Teppich, der zum Plenarsaal führt. Der Altkanzler nutzte die Gelegenheit, einmal mehr darzulegen, dass er einen Schritt zur Seite gemacht habe, damit die Regierungsarbeit fortgesetzt werden könne.

Er werde nun als Parteiobmann und Klubobmann die Regierungsarbeit „bestmöglich“ unterstützen und auch alles dafür tun, um die Vorwürfe gegen ihn zu entkräften.

Mit den Worten „ich gelobe“ wurde Kurz offiziell zum Abgeordneten – unter Applaus teils auch aus anderen Fraktionen, aber längst nicht aller Kollegen im Hohen Haus.

Video-Botschaft auf Facebook

Vor seiner Angelobung in der Früh hatte Kurz auch ein Video auf Facebook veröffentlicht. Darin betonte er einmal mehr, „kein Schattenkanzler“ sein zu wollen. Die vergangenen Tage seien für viele im Land eine „emotionale Achterbahnfahrt“ gewesen, so auch für ihn.

Zu den veröffentlichten Chatnachrichten meinte Kurz, er „verstehe absolut“, dass man an den Bundeskanzler besondere Erwartungen habe, was die Wortwahl betreffe. Er sei aber „kein Roboter sondern ein Mensch mit Fehlern, mit Emotionen und ja leider manchmal auch mit Formulierungen, die ich öffentlich nicht verwenden würde“. Er behauptete, sich ohnehin bereits für die Formulierungen entschuldigt zu haben, „und ich bedauere sie auch“.

Zudem werde derzeit vieles vermischt, so Kurz, dem eine „klare Trennung“ zwischen SMS-Nachrichten und strafrechtlichen Vorwürfen fehlt. „Ich habe mir in meinem ganzen Leben noch nicht strafrechtlich irgendetwas zuschulden kommen lassen“, so Kurz: „Das werde ich am Ende des Tages auch beweisen.“

 

 

UT24/APA

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  1. swiss-austrianer
    17.10.2021

    Also, noch dreister geht es nicht! Ich plädiere dafür, dass ein Politiker, gegen den eine Strafuntersuchung hängig ist, für ein anderes oder weiteres Amt nicht angelobt werden und nicht tätig werden darf. Das Verhalten von Herrn Kurz ist eine Herabwürdigung des Nationalrates und der dortigen Abgeordneten. Aber eben, typisch Österreich.

  2. Itstime
    14.10.2021

    Na geh, das arme Bubele ist die Unschuld auf 2 Beinen. Deswegen ist ihm auch nix zu blöd und Gewissen hat er eh keines. Nach dem Motto: ist der Ruf erst mal ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert

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