von hz 14.09.2021 16:32 Uhr

„Süd-Tiroler Freiheit“ fordert amtliche Anerkennung von „Sudtirolo“

Das Meinungsforschungsinstitut Demetra hat mittels einer repräsentativen Umfrage erhoben, dass 60 Prozent der Italiener die amtliche Verwendung des Begriffs „Sudtirolo“ gutheißen würden. Dieser Begriff werde laut der „Süd-Tiroler Freiheit“ im italienischen Sprachgebrauch immer öfters verwendet und finde sich auch in staatlichen Gesetzestexten. Die politische Bewegung fordert mit einem Antrag im Landtag die zusätzliche amtliche Anerkennung von „Sudtirolo“.

Die Landtagsabgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit Sven Knoll und Myriam Atz-Tammerle - Foto: Süd-Tiroler Freiheit - Landtagsklub

In der Tourismuswerbung, bei der Vermarktung von Produkten, aber auch in der italienischen Alltagssprache wird inzwischen immer öfter „Sudtirolo“ verwendet. Auch der italienische Staatspräsident sprach bei seinem letzten Besuch in Südtirol von den „Sudtirolesi“, schreibt die STF in einer Aussendung.

Die Bezeichnung „Sudtirolo“ sei keineswegs neu. Für den südlichen Teil Tirols würden sich im Laufe der italienischen Sprachgeschichte zuerst die Bezeichnung „Tirolo meridionale“ (ab der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts), dann „Tirolo del Sud“ (ab der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts) und schließlich „Sudtirolo“ (ab der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts) finden. Letzteres erscheint erstmals im Jahr 1898 in der Gazzetta del Regno d’Italia, also in einem auf höchster Ebene amtlichen Dokument, schreibt die „Süd-Tiroler Freiheit“. Auch in der Gesetzgebung des Landes werde der Begriff „Sudtirolo“ bereits vereinzelt verwendet.

Die offizielle und somit institutionelle Bezeichnung für das Land Südtirol lautet in italienischer Sprache „provincia autonoma di Bolzano“. „Diese sperrige Bezeichnung, die im Deutschen mit ‘Autonome Provinz Bozen’ übersetzt wird, vermag es nicht, ein sprachgruppenübergreifendes Heimatgefühl zu schaffen, weshalb sie in der Alltagssprache auch kaum verwendet wird. Während die griffige Kurzform „Südtirol“ bereits amtlich anerkannt ist, ist Selbiges bei der italienischen Kurzform „Sudtirolo“ noch nicht der Fall“, so die STF.

Es sei daher an der Zeit, die unter den Italienern mehrheitlich positive Einstellung zu „Sudtirolo“ – laut Erhebung ist dies besonders der Fall unter den Jungen und Gebildeten – aufzugreifen und diesen italienischen Begriff, zusätzlich zu den bereits bestehenden Bezeichnungen, amtlich anzuerkennen. Damit würde keiner Sprachgruppe etwas genommen oder aufgezwungen. Es werde ein Zusatzangebot für all jene geschaffen, die sich − sprachgruppenunabhängig − mit „Sudtirolo“ besser identifizieren können.

Die „Süd-Tiroler Freiheit“ bringt diese Woche im Landtag daher folgenden Antrag zur Abstimmung:

Der Süd-Tiroler Landtag spricht sich dafür aus, dass − zusätzlich zu den bereits bestehenden Landesbezeichnungen in italienischer Sprache − der Begriff „Sudtirolo“ amtlich anerkannt wird, und fordert die Landesregierung auf, die hierfür notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.

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  1. MartinB
    14.09.2021

    Es stimmt, dass etwas besser gebildete Italiener südlich unserer Region immer öfter “Sudtirolo” verwenden, um ansässige Deutsch-Tiroler anzuerkennen. Viele Italiener in Bozen leben aber noch tief und selbstgewollt im “Alto Adige” Ghetto. Also dort kennen auch junge Generationen nichts von der Südtiroler Kultur rund um ihnen. Solange diese mit Sudtirolo nichts anfangen können, bleibt es schwierig.

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