von hm 11.06.2021 20:23 Uhr

Zurück auf die Uni – aber wie?

Drei Corona-Semester voller Distance-Learning und sozialem Entzug haben die Studenten bereits hinter sich gebracht. Wie es im Herbst weitergehen soll, beschäftigt derzeit auch die ÖH Innsbruck.

Die Tiroler Landesuniversität in Innsbruck. (Archivbild)

Bildungsminister Faßmann plant, das bevorstehende Wintersemester an Österreichs Hochschulen mittels „3G-Regelung“ wieder in Präsenz durchführen zu lassen. An Lehrveranstaltungen sollen also jene Studierende in Präsenz teilnehmen können, die (negativ) getestet, genesen oder gegen das Coronavirus geimpft sind.

Klarheit über den Ablauf des Wintersemesters

Dass das Wintersemester in Präsenz stattfinden soll, freue die Studenten zwar, daraus gehe laut der stellvertretenden ÖH-Vorsitzenden Julia Staudegger allerdings nicht hervor, was im Fall steigender Zahlen geschieht oder ob die Sitzplatzkapazitäten der Hörsäle vollständig ausgeschöpft werden dürften.

„Versetzt man sich in die Lage von internationalen Studierenden, ist es schon wichtig zu wissen, ob es sich überhaupt rentiert, ein WG-Zimmer in der teuersten Studienstadt in Österreich zu beziehen oder ob die Lehre dann sowieso wieder auf virtuell umgestellt wird“, so Staudegger.

ÖH-Vorsitzender Johann Katzlinger fügte hinzu: „Wir Studierende fordern nichts unmögliches, wir wollen nur Klarheit, wie es im Herbst weitergeht. Es braucht jetzt klare Aussagen von Ministerium und von der Uni-Leitung in Innsbruck. Wir sind gerne zu Gesprächen bereit, um die Meinung der Studierenden einzubringen.“

Möglichkeit zur Impfung für Studierende

Jenen Studierenden, die es gerne möchten, müsse laut Katzlinger die Möglichkeit geboten werden, sich impfen zu lassen. Studierende dürften im Impfplan nicht vergessen werden. Die ÖH Innsbruck finanziert zum Zweck der Wiedereröffnung bereits seit April Teststationen an den Standorten der Universität mit 10.000 Euro an Eigenmitteln, so dass die wenigen Lehrveranstaltungen, die derzeit bereits in Präsenz abgehalten werden dürfen, auch von negativ getesteten Studenten besucht werden können.

„Hybrid-Lehre“ – Innovativ aus der Krise

Die ÖH forderte am Freitag außerdem, dass Vorlesungen gestreamt, aufgezeichnet und gespeichert werden sollen, damit sie auch von zuhause aus oder im Nachhinein angesehen werden können. Sinnvollerweise sollten dagegen Praktika, Übungen, Proseminare und ähnliche Lehrveranstaltungen ausnahmslos in Präsenz stattfinden.

„In heutigen Zeiten erachten wir es als der Universität sehr wohl zumutbar, ihre Vorlesungen für Studierende, die sich beispielsweise in Quarantäne befinden oder nicht vor Ort in Innsbruck sind, online zu streamen und diese im Nachhinein für alle Studierende zugänglich zu machen. Der Zugang zu Bildung darf uns nämlich keinesfalls durch die Pandemie und deren Nachfolgen verwehrt werden“, meinte Katzlinger.

Laut ÖH müsse die digitale Infrastruktur an den Hörsälen noch deutlich verbessert werden und bei Lehrenden auch mit verpflichtenden Digitalschulungen nachgebessert werden.

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