von hm 11.06.2021 13:46 Uhr

Das weltweit erste mobile Bodenlabor

Biogas Wipptal arbeitet derzeit an mehreren privatfinanzierten Dekarbonisierungsprojekten, in den Bereichen erneuerbare Kraftstoffe, CO2-Verwertung, Produktion von Bio-Dünger und neuerdings an der Entwicklung emissionsarmer Ausbringsysteme für den Landbau. In diesem Zusammenhang wurde am vergangenen Freitag in Pfitsch der weltweit erste Multifunktionssensor für Echtzeitbodenanalysen vom Kooperationspartner Stenon an Biogas Wipptal überreicht. Ein kleiner Sensor mit dem grossen Potential, die Südtiroler Landwirtschaft nachhaltiger zu machen.

Biogas Wipptal mit dem mobilen Labor. (Foto: zVg)

Es wird wohl der Verdienst unserer jungen Generation gewesen sein, welche in den vergangenen Jahren mit Aktionen wie „Friday for Future“ für mehr Klimaschutz und für ein Umdenken unserer Gesellschaft gesorgt haben.

Durch die intelligente Nutzung von sozialen Medien kam es zu einer beispiellosen Mobilisierung junger Kräfte rund um den Globus. Auch in Südtirol wird der Ruf nach Ressourcen- und Klimaschutz immer lauter. Ein Wunsch, welcher sich mittlerweile nicht nur auf ein paar junge Südtiroler beschränkt, sondern von breiten Teilen der Bevölkerung mitgetragen wird.

Als Südtirols erster Produzent für Bio-Dünger hat sich Biogas Wipptal im Rahmen einer Projektarbeit mit dem Thema Ressourceneinsparung in der Landwirtschaft beschäftigt und ein Konzept ausgearbeitet, welches in der Lage sein soll, das Problem der unkontrollierten Düngung von Grünland, aber auch im Obst- und Weinbau, durch den Einsatz modernster Sensortechnik zu lösen.

In Zusammenarbeit mit dem Technologie-Startup Stenon, ist es Biogas Wipptal gelungen, das weltweit erste mobile Bodenlabor nach Südtirol zu holen. Die intelligente Sensorik ist in der Lage, Böden in Sekundenschnelle auf Ihren Nährstoffgehalt zu überprüfen. Wenige Minuten bevor der Bauer mit der Düngung seiner Felder beginnt, wird er mit diesem System erstmals in der Lage sein, den Bedarf seiner Böden innerhalb von Sekunden genauestens zu kennen, ohne dass eine aufwändige Bodenanalyse im Labor nötig ist.

Durch die Datenübermittlung in Echtzeit, wurde die Grundlage für eine zunehmend von Bedeutung spielende Präzisionsdüngung geschaffen. Eine 3D-Kartendarstellung der Anbaufläche, stellt auf einfache Art dar, an welchen Positionen des Ackers eine Düngung oder Bewässerung erforderlich ist und wo bereits ausreichend Nährstoffe vorhanden sind. Frei nach dem Motto weniger ist mehr, bietet dieser Multifunktionssensor die Möglichkeit, den Einsatz von Dünger massgeblich zu reduzieren und nur dort in genau dosierten Mengen einzusetzen, wo er auch tatsächlich von der Pflanze aufgenommen werden kann. Dies bringt nicht nur ein enormes Potential bei der Einsparung von Dünger und Wasser mit sich, sondern schliesst auch den Eintrag von Nitrat in unser Grundwasser aus.

Am Freitag, wurde bereits der erste Sensor an Biogas Wipptal ausgeliefert und formell durch den Geschäftsführer von Firma Stenon, Dominic Roth und Herrn Martin Jahr, an den Projektleiter der Biogas Wipptal, Herrn Johannes Daum überreicht. Erste Feldversuche wurden noch am selben Tag ausgeführt und das System allen interessierten Bauern vorgestellt.

Biogas Wipptal stellt das mobile Bodenlabor von Stenon allen seinen 62 angeschlossenen Milchbetrieben kostenlos zu Verfügung und möchte in Kombination mit seinen drei besonders emissionsarmen Ausbringgeräten, ein neues ökologisches Bewusstsein in der Südtiroler Landwirtschaft anstoßen.

Ebenfalls kommt der Stenon Multifunktionssensor in einem anderen Teilprojekt namens „Nutridrip“ (Nährstoff – Tropfen) zum Einsatz, welches in den kommenden Monaten als neue Technologie einer kombinierten Präzisionsbewässerung und Flüssigdüngung der Südtiroler Wein- und Obstwirtschaft vorgestellt wird.

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