von ca 10.06.2021 13:35 Uhr

Brasilianische Variante erstmals in Osttirol nachgewiesen

Mutationsanalysen würden zeigen, dass erstmals in Osttirol eine Infektion mit der brasilianischen Variante des Coronavirus aufgetreten ist. Der Befund müsse zwar noch durch eine Sequenzanalyse bestätigt werden, „die nachgewiesenen genetischen Charakteristika und die Umgebungsanamnese sprechen allerdings klar für das Vorliegen der brasilianischen Variante“, berichtet der Tiroler Infektiologe, Dr. Gernot Walder.

Der Osttiroler Infektiologe Gernot Walder. (Foto: Martin Bürgler)

Die brasilianische Variante gelte als kritisch, da sie auch geimpfte Personen infizieren und eine Herdenimmunität unterlaufen könne, betont Walder. Infizierte mit vorbestehender Immunität würden zwar meist nur eine milde oder gar keine Symptomatik aufzeigen, könnten aber andere anstecken.

„In der Amazonasmetropole Manaus führte dieser Genotyp trotz einer Immunitätsrate von über 70 Prozent zu einem starken Ausbruch im Dezember und Jänner dieses Jahres“.

Früherkennung

Trotz der aktuell günstigen epidemiologischen Lage komme der Nachweis dieser Variante für die Experten nicht unerwartet. „Osttirol befindet sich derzeit in einer ähnlichen Situation wie im Spätsommer 2020: Die 7-Tage-Inzidenz ist auf 10/100.000 Einwohner gesunken, der für die Infektionsrate entscheidende Rt-Wert liegt stabil unter 1, aktuell sogar bei 0,41“, sagt Walder.

Infektionen würden überwiegend von außen ins Gebiet eingetragen. Darunter seien erwartungsgemäß auch kritische Varianten, meint der Infektiologe. „Solange diese Einträge frühzeitig erkannt werden kann eine Erregerzirkulation im Bezirk unterbunden werden. Zirkuliert ein Stamm mehrere Tage unerkannt steigen die Infektionszahlen exponentiell und damit das Risiko von Ausbruchereignissen und unkontrollierbaren Seuchenketten“.

Regelmäßige Testungen

Trotz Impfungen sei es also wichtig, sich regelmäßig testen zu lassen. „So behalten wir den Erreger im Blick“, betont Walder. Besonders wichtig sei dies für Personen, die in den Bezirk zurückkehren.

Negative Tests sollten nach einigen Tagen wiederholt werden, um das Risiko negativer Befunde in der Inkubationszeit zu begrenzen. Ebenso wichtig sei dies für Personen, die ein hohes Expositionsrisiko gegen Neueinträge haben – besonders Mitarbeiter im Tourismus. Auch vor Chor- und Musikproben, Sport-, Vereins- oder größeren privaten Veranstaltungen würden Tests Sinn machen. „Osttirol verfügt über ein dichtes Netz an Abnahme- und Antigenteststellen. Sie sollten genutzt werden – erst wenn der Übergang in den Winter gelungen ist kann man Corona ad acta legen“, unterstreicht der Infektiologe in einer Aussendung.

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  1. Tom
    10.06.2021

    Da hilft nur sofort ALLES dicht machen komplett, für die nächsten 5 Jahre, ist die einzige Chance zum Überleben ! Komplettes Ausgangsverbot 24 Stunden, noch mehr testen noch mehr impfen rund um die Uhr !

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