von hm 22.04.2021 20:43 Uhr

Gewinner des ladinischen Literaturwettbewerbs gekürt

Die Gewinner des ladinischen Literaturwettbewerbs „Scribo“ Nadia Rungger und Bruno Maruca haben am Donnerstag ihre Werke vorgestellt. Das Landesamt präsentierte hierzu die nun veröffentlichte Sammlung prämierter Kurzgeschichten.

Die ladinische Literatur erfreut sich junger Talente. (Symbolbild/pixabay)

Im Vorfeld des Welttages des Buches am 23. April stellen das ladinische Ressort und die ladinische Kulturabteilung vor allem die neuen Werke ladinischer Schriftsteller in den Mittelpunkt. 24 Werke sind bei der vierten Ausgabe des Literaturwettbewerbs „Scribo“ eingegangen.

Im Beisein des ladinischen Bildungs- und Kulturlandesrats Daniel Alfreider und der Direktorin des Ressorts Ladinische Bildungs- und Kulturdirektion Edith Ploner stellten die Gewinner in der Kategorie „Junior“ Nadia Rungger und Bruno Maruca ihre Werke vor. Rungger erreichte mit ihrer Kurzgeschichte „Bon viac“ den ersten Preis und Maruca mit „New York ne n’ie mei stada tan ueta“ den zweiten.

„Der Literaturwettbewerb gehört zu interessantesten aktuellen Projekten der ladinischen Kultur. Wenn man bedenkt, dass die ladinische Sprachgruppe die älteste in unserem Land ist, dann macht es umso mehr Freude, zu sehen, dass die ladinische Literatur so lebendig ist“, sagte Landesrat Alfreider.

Weitergabe der Sprache „unerlässlich“

„Die Sammlung der Kurzgeschichten aller  Autoren, die beim Wettbewerb mitgemacht haben, ist nicht nur aus der Sicht der Sprache bedeutend, sondern insgesamt ein wichtiger Teil des ladinischen Kulturerbes“, betonte Alfreider. Die Weitergabe der Sprache sei gerade für eine Minderheit und den Erhalt ihrer Kultur unerlässlich und auch die neuen Kommunikationskanäle könnten dazu beitragen.

Der Schriftsteller Maruca erzählte im Zuge der Zeremonie, dass, wenn er Geschichten schreibt, er die Gedanken besser fließen lassen könne und so in einen „Flow“-Zustand komme. Die junge Autorin Rungger dagegen befand, dass im Ladinischen Wort „schreiben“ bereits das Wort „suchen“ enthalten sei. Dies verstünde sie als Auftrag, Texte zu schreiben.

Auch die Kulturressort-Direktorin betonte, dass solche Projekte zur Sprache „umso wichtiger für eine kleine und autochthone Sprache sind, die keine große Literatur hat.“ Ploner zitierte den Schriftsteller Elias Canetti, der sagt, dass man eins sei mit der Muttersprache und zu dem werde, was man mit der Muttersprache aufnehme und somit Sprache zum „sich selbst Sein“ beitrage.

Buchedition

Von den 24 Werken sind 15 Texte beim Wettbewerb in der Kategorie „Junior“ eingereicht worden. Diese Kategorie war Autoren zwischen 16 und 25 Jahren vorbehalten. In der Kategorie „Senior“ für Schreiberlinge über 25 Jahre wurden neun Texte eingereicht. Autoren waren Nadia Rungger, Bruno Maruca, Sofia Stuflesser, Amir Boucetta, Odette Ploner, Alessia Pordon, Elena Rudiferia, Lisa Verginer, Christa Videsott, Elisa Boi, Samuel Cavanna, Marlies Ellecosta, Sara Moling, Elea Pizzinini, Anna Tavella, Jasmin Triggiano, Iaco Rigo und Samuel Debon.

Die Buchversion zu „Scribo“ ist im Kulturinstitut „Micura de Rü“ in St. Martin in Thurn und in Wolkenstein, bei der Redaktion „La Usc di Ladins“ in St. Ulrich, in Stern und in St. Martin in Thurn sowie bei der ladinischen Kulturdirektion in der Bindergasse in Bozen und in der Außenstelle in Pikkolein kostenlos erhältlich.

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