von fe 17.10.2020 11:47 Uhr

„Es ist kein Spaß“

Ulli Mair stoßen spöttische Kommentare über das Bozner Krankenhaus und Covid-19 Patienten sauer auf. Auf Facebook und spricht aus eigener Erfahrung als regelmäßige Besucherin im Krankenhaus.

Abgeordnete Ulli Mair. Krankenhaus Bozen. (Bildmontage UT24)

Am Freitag kritisiert Ulli Mair, dass Ärzte im Krankenhaus Bozen angeblich angehalten worden seien, den Normalbetrieb für Nicht-Covid-Patienten allmählich herunterzufahren und Operationen bereits jetzt schon einzuschränken. Nun berichtet die Landtagsabgeordnete aus eigener Erfahrung über das Krankenhaus Bozen und sagt „Es ist kein Spaß”:

Ich habe gerade wieder einige Kommentare unter Schlagzeilen bezüglich dem Bozner Krankenhaus und Covid-19 Patienten gelesen. Kann nur aus eigener Erfahrung berichten und sprechen, aber jenen, die nach wie vor spöttisch sind, wünsche ich von Herzen, dass kein Familienmitglied, aus welchen Gründen auch immer, in der nächsten Zeit ins Krankenhaus muss.

Meine Mama war jetzt 5 1/2 Wochen in der Infektionsabteilung, im 3. Stock des KH Bozen, als NICHT-Corona-Patientin. Alles wunderbar. Die beiden anderen Stockwerke dieser Abteilung waren bereits mit Covid-Patienten belegt, im 3. Stock ging es noch vergleichsweise gemächlicher zu, bis letzte Woche. Da habe ich bei meinen täglichen Besuchen und Gesprächen mit dem Personal festgestellt, dass auch bisher leerstehende Zimmer mit Covid-Patienten belegt wurden. Vorgestern wurde meine Mama dann zum eigenen Schutz (!), bedauerlicherweise muss ich dazu sagen, in eine andere Abteilung verlegt, da die Infektionsabteilung inzwischen vollbelegt mit Covid-Patienten ist. Und es ist absolut KEIN Spaß, wenn man mit eigenen Augen sieht, wie die Patienten auf die Station gebracht werden. Bei mir hat das jedenfalls einen bleibenden Eindruck hinterlassen und ich wünsche das wirklich NIEMANDEM. Beeindruckend war auch, dass es sich nicht ausschließlich um sog. alte Leute handelt. Im Gegenteil!

Nun, über das Bozner Spital kann man denken, was man will. Das war viele Jahre vor Corona in manchen Bereichen schon schlecht organisiert, und daran wird sich so schnell auch nichts ändern, wenn man nicht endlich die Courage hat, die „faulen Äpfel“ aus der Kiste zu holen. Hinzu kommt, dass wirklich alles und jeder nach Bozen gebracht wird, auch diejenigen, die mit dem Hubschrauber eingeliefert werden. Hier könnten in manchen Fällen bestimmt auch andere KHs als Puffer einspringen und Bozen entlasten. Wir alle können aber im Kleinen unseren Beitrag leisten.

Ich glaube auch, dass das Personal absolut nicht scharf darauf ist, wieder von den Balkonen aus beklatscht und als Helden gefeiert zu werden, sondern in deren Augen ist jeder von uns ein Held, der sich in seinem Bereich, in seinem Umfeld, an die Regeln hält. Wir haben jetzt 6 lange Wintermonate vor uns, nicht wie damals, 2 1/2 Monate. Und das Personal fühlt sich absolut verarscht, wenn nach wie vor ernsthaft an der Abhaltung des Christkindlmarktes festgehalten wird!

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  1. Malimo
    17.10.2020

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