von fe 12.02.2020 14:50 Uhr

Goethes italienische Reise

Auf den Spuren von Johann Wolfgang von Goethe unternehmen die Tiroler Landesmuseen in ihrer Hauptausstellung 2020 eine Italienische Reise. Goethe stellte das Land im 18. Jahrhundert ebenso paradiesisch dar wie viele seiner Zeitgenossen, in der Sonderausstellung wird diese Sehnsucht nach einer idealen Welt thematisiert. Zusätzlich zur Hauptausstellung im Ferdinandeum findet im Juli und August 2020 eine Ausstellung in Kooperation mit dem Museo Alto Garda in Riva del Garda statt. Weitere Sonderausstellungen widmen sich u.a. der Kulturgeschichte der Telekommunikation, einer Neuerkundung der Tracht, herausragender Kunst aus dem Iran und Tiroler Künstlern wie Franz von Defregger und Anton Christian.

Foto: TLM

Seit Jahrhunderten ist das Verständnis von Italien geprägt von stereotypen Vorstellungen, denen auch die Konfrontation mit dem realen mediterranen Leben nichts anhaben kann. In der diesjährigen Hauptausstellung des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum, „Goethes Italienische Reise. Eine Hommage an ein Land, das es niemals gab“, wird das thematisiert. „Wir reflektieren das idealisierte Bild, das wir von unserem Nachbarland erschaffen haben und stellen es zeitgenössischen Perspektiven gegenüber“, so Direktor Mag. Dr. Peter Assmann, der beginnend mit dieser Ausstellung den überregionalen Bezug, unter anderem nach Italien, verstärken möchte. Für die Ausstellung wird ein eigener Bereich in Riva del Garda eingerichtet, „um Interessierten bereits einen Vorgeschmack zu bieten. Die große künstlerische Vielfalt der Italienischen Reise wird im Ferdinandeum zu sehen sein.“

Am Beispiel von Goethes Italienischer Reise wird im Ferdinandeum gezeigt, wie schon im 18. Jahrhundert eine Kluft zwischen den Erwartungen und Vorstellungen vom Wesen Italiens und der oftmals trostlosen Situation in einem politisch zersplitterten Land klaffte. Auch der Dichter war 1786 auf der Flucht vor beengenden Verhältnissen an seinem Dienstort Weimar in die scheinbare Freiheit eines heiteren sorglosen Lebens im Süden gereist – und auch er nahm in Italien nur das wahr, was er vor seiner Reise bereits erwartet hatte. Sein lange nach der Reise entstandenes Buch „Italienische Reise“ ist keine Reportage bzw. kein Tagebuch, sondern ein literarisches Werk und zeitloses Zeugnis der Sehnsucht nach einer idealen Welt. Ein eigener Abschnitt der Sonderausstellung ist den Schwierigkeiten gewidmet, die mit einer aufwendigen Reise in den Süden im Zeitalter der Postkutsche verbunden waren.

Über die Hauptausstellung im Ferdinandeum hinaus findet im Juli und August 2020 in Riva del Garda eine Ausstellung in Kooperation mit dem Museo Alto Garda statt. Goethe erreichte im September 1786 den Gardasee und war sofort von seiner Landschaft fasziniert. Das Ferdinandeum präsentiert Werke aus den eigenen Sammlungen vom Ende des 18. Jahrhunderts bis heute. Die Ausstellung ist auf die Landschaft als künstlerische Gattung fokussiert und erweitert eine vom Museo Alto Garda geführte kritische Auseinandersetzung mit Bildern und Ansichten dieser Region. Goethes Durchreise ist der Ausgangspunktfür eine Auseinandersetzung über das Reisen als Weg zur Selbsterkenntnis und die Landschaft in der Kunst als Teil dieser Suche.
Über diese Sonderausstellung hinaus widmen sich die Tiroler Landesmuseen 2020 der Kulturgeschichte der Telekommunikation, herausragender Kunst aus dem Iran, erkunden die traditionelle Tracht neu, entwickeln ein „Forum Stadt“ und zeigen Tiroler Persönlichkeiten wie Franz von Defregger und Anton Christian. Die österreichische k.(u.)k. Marine bildet ebenso einen Themenschwerpunkt wie der Kinderbuchzeichner Jörg Hilbert.

Infos zur Sonderausstellung „Goethes italienische Reise“

Goethes italienische Reise
Eine Hommage an ein Land, das es niemals gab
15. Mai – 30. August 2020
Medienpräsentation: 14. Mai, 10.00 Uhr
Eröffnung: 14. Mai, 18.00 Uhr
Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum

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