von fe 03.12.2019 11:01 Uhr

Werden Südtiroler Gemeinderatswahlen wegen eines Alpini-Treffens verschoben?

Süd- und Welschtirol sind derzeit nicht im Stande, einen gemeinsamen Termin für die Gemeindewahlen im nächsten Jahr zu finden. Südtirol möchte die Gemeindewahlen am 10. Mai 2020 abhalten, während sich in der Provinz Trient die Politiker dagegen sträuben. Mit einer mehr als merkwürdigen Begründung.

Die Provinzen Bozen und Trient bilden zusammen die Region Trentino-Südtirol. Weil die Gemeinderatswahlen Sache der Region sind, müssen Bozen und Trient einen gemeinsamen Termin für die Wahlen finden. Ein Unterfangen, das vor fast fünf Jahren schon beinahe zu einem Ding der Unmöglichkeit geworden wäre.

Grund dafür war die sogenannte „Adunata Nazionale Alpini“. Damals fand das Treffen in L’Aquila, einer Stadt in den mittelitalienischen Abruzzen statt. „Dort werden tausende Trentiner erwartet. Ein Teil der Bevölkerung, der faktisch von den Wahlen ausgeschlossen werden würde“, fasste es damals die Trientner Tagesezeitung L’Adige zusammen.

Und auch jetzt sorgt die Veranstaltung wieder für Probleme bei der Fixierung des Wahltermins. Im kommenden Jahr wäre für Südtirol Sonntag, der 10 Mai, der ideale Termin für die Wahl. Dagegen haben allerdings die Trientner etwas einzuwenden, weil vom 8 bis zum 10. Mai wiederum das Alpini-Treffen, diesmal in Rimini (Emilia-Romagna), stattfindet. Und auch dort werden voraussichtlich wieder tausende Alpini aus der Provinz Trient freiwillig teilnehmen.

Ein Beweggrund, der auf Unverständnis stößt. „Eine wichtige demokratische Wahl für ein Militärtreffen zu verschieben zeugt für die Süd-Tiroler Freiheit nicht nur von mangelnder Sensibilität, sondern zeigt auch, wie durchsetzungsschwach Landeshauptmannes Kompatscher ist“, reagiert Werner Thaler, Leitungsmitglied der Süd-Tiroler Freiheit. Die Bewegung fordert deshalb die Abschaffung der Region, Südtirol solle seine eigenen Wege gehen.

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