von red 02.12.2019 17:35 Uhr

War der Londoner Attentäter in Südtirol?

Im Herzen der britischen Hauptstadt London ist vor wenigen Tagen ein brutaler islamistischer Terroranschlag verübt worden, bei dem zwei Menschen ihr Leben lassen mussten (UT24 berichtete). Bei dem mittlerweile getöteten Attentäter handelt es sich um den 28-jährigen Usman Khan, einem bereits polizeibekannten Terroristen. Als der Name des Islamisten durch die Medien ging, wurde man besonders in Truden hellhörig. So lebte in der Südtiroler Gemeinde vor nicht allzu langer Zeit ebenfalls ein Mann mit ein und demselben Namen, der unter Verdacht stand, Sympathien für die Terrormiliz Islamischer Staat zu hegen.

APA (AFP)

In Truden ist es derzeit das Dorfgespräch Nummer Eins. Seitdem in London der 28 Jahre alte Terrorist Usman Khan einen brutalen Anschlag verübte, sind in dem Dorf im Südtiroler Unterland Erinnerungen an einen alten Bekannten wach geworden.

Der Hintergrund: Am 7. Jänner 2015,  also direkt nach dem damaligen Terroranschlag auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo, sind neun mutmaßliche Extremisten von dem damaligen italienischen Innenminister Angelino Alfano in ihre Heimatländer abgeschoben worden. Einer von ihnen war der Pakistaner Usman Khan, der jahrelang in Südtirol lebte – genauer gesagt in Truden.

Grund für die damalige Abschiebung des Pakistaners waren seine Aktivitäten bei Facebook. Dort soll sich Khan angeblich positiv über die Taten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geäußert haben. In einem aufsehenerregenden Gerichtsprozess wurde er damals von dem Anwalt Nicola Canestrini verteidigt.

Viele Trudner glaubten dieser Tage aufgrund der Namensgleichheit und dem terroristischen Hintergrund des Anschlags in London, dass es sich bei dem Attentäter um ein und denselben Usman Khan handelt, mit dem man selbst bereits negative Erfahrung gemacht hatte. Dies ist jedoch nachweislich nicht der Fall, wie UT24 herausfand.

Attentäter war nicht in Südtirol

So saß der London-Attentäter aufgrund von terroristischer Aktivitäten bereits von 2012 bis 2018 in einem britischen Gefängnis. Also zu einer Zeit, in der jener Usman Khan, der in Truden lebte, noch in Südtirol war. Auch war der Londoner bereits seit längerer Zeit als Terrorist bekannt.

Das einzige, was die beiden Männer somit verbindet, dürfte einzig und alleine der Namen sein. Den spekulativen Trudner Dorfgesprächen dürfte somit – zumindest vorerst – ein frühes Ende bereitet sein. Wo sich der seinerzeit in Südtirol aufhältige Pakistaner mittlerweile befindet, ist nicht bekannt. Sein damaliger Anwalt Nicola Canestrini war für UT24 am Montagnachmittag nicht für ein Gespräch erreichbar.

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