von ih 28.11.2019 17:29 Uhr

Radmobilität: Südtirol tritt kräftig in die Pedale

Radfahren ist günstig, gesund und sauber. Bis 2030 soll Südtirol Modellregion für Radmobilität werden. Dazu haben Land, Bezirksgemeinschaften und Gemeinden ein umfangreiches Aktionsbündel geschnürt.

Sie wollen Südtirol auch auf Alltagsstrecken Fahrrad-fit machen: LR Alfreider (Mitte) und (v.l.) STA-Direktor Joachim Dejaco, Harald Reiterer, Luis Kröll und Andreas Schatzer. - Foto: LPA/Roman Clara

Kopenhagen macht es vor: Dort spielt sich ein Großteil der täglichen Mobilität auf dem Fahrrad ab. Dass Südtirol davon lernen kann, davon hat sich Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider auf einer Studienreise in die dänische Hauptstadt selbst überzeugt. Der Fokus lag dabei nicht auf der touristischen, sondern auf der Alltagsmobilität. „Die Kopenhagener fahren Rad, weil es ein einfaches und schnelles Verkehrsmittel ist. Fahrradfahrer haben dort Vorfahrt. Auch Südtirol ist sehr gut für Radmobilität im Alltag geeignet. Es gilt daher, alle Potenziale zu nutzen, um hierzulande den roten Teppich für die Radfahrer auszurollen“, betonte Alfreider am Donnerstag bei der Pressekonferenz zur Radmobilität im Museion in Bozen.

Die Vorteile für den Einzelnen, aber auch für die Gesellschaft liegen laut Studien auf der Hand: Radfahren ist gut für die Gesundheit und für die Umwelt. Es verursacht weniger Kosten für Infrastruktur und Betrieb. Zudem benötigt das Rad weniger Raum – auf der Fahrbahn, aber auch beim Parken. Es ist also aus Sicht der Personenkapazität das effizientere Verkehrsmittel als das Auto. Nachteile können die häufig höhere Reisezeit bei Strecken ab vier Kilometern, die geringer wahrgenommene Sicherheit und die Wetterexponiertheit sein.

Zentrale Koordinierungsstelle

„Damit das Fahrrad für alltägliche Strecken genutzt wird, braucht es eine passende Infrastruktur. Daneben geht es aber auch um einen kulturellen Wandel”, sagte LR Alfreider. In Südtirol wurde in punkto Radmobilität bereits einiges an Vorarbeit geleistet, dennoch bleibe noch viel zu tun. Um die verschiedenen Bemühungen zu bündeln, hat die Landesregierung am vergangenen Dienstag (26. November) beschlossen, eine zentrale Koordinierungsstelle für Radmobilität auf Landesebene einzurichten. Sie wird beim Ressort für Mobilität angesiedelt sein und für eine abgestimmte Vorgangsweise aller Akteure – Landesabteilungen, Gemeinden und Bezirksgemeinschaften sowie Institute und Vereine – sorgen.

„Ziel ist es, Südtirol bis 2030 zur Modellregion für Fahrradmobilität zu machen“, gibt Landesrat Alfreider die Marschroute vor. Um dieses Ziel zu erreichen, wird bei den Radwegen angesetzt, aber nicht nur. Südtirols übergemeindliches Radwegenetz ist circa 480 Kilometer lang. Rund 180 Kilometer davon sind so genannte Alltagsstrecken, die restlichen 300 Kilometer werden als Freizeit- und Tourismusstrecken genutzt. Bis 2030 sollen die Alltagsstrecken auf über 200 Kilometer erhöht werden. Auch 50 Kilometer an Radschnellwegen, von denen es bisher in Südtirol noch nicht wirklich welche gibt, sollen in den kommenden zehn Jahren eingerichtet werden, mit Schwerpunkt auf den Pendlerrouten. Wie Harald Reiterer, Bereichsleiter Green Mobility in der STA betont, „sind Radschnellwege für Strecken bis 15 Kilometern eine echte Alternative zum Pkw.“ Im Rahmen von vier Pilotprojekten in den Ballungszentren Meran, Bozen, Brixen/Sterzing und Bruneck ist daher die Errichtung von Radschnellwegen und die Aufwertung der bestehenden Radwege für einen schnellen, möglichst direkten und sicheren Zugang zu den Zentren geplant. Um die Attraktivität des Verkehrsmittels Rads zu steigern, brauche es aber noch mehr, sagt Reiterer: sichere und gepflegte Abstellplätze, die ganzjährige Instandhaltung der Radwege, die Förderung des intermodalen Verkehrs, mehr Sichtbarkeit und Sicherheit für Fahrradfahrer.

Modal Split des Fahrrads auf 20 Prozent erhöhen

Auch die Bezirksgemeinschaften, die für das übergemeindliche Radwegenetz zuständig sind, und die Gemeinden spielen eine wichtige Rolle auf dem Weg hin zur Modellregion. Beispiele aus der Praxis berichteten Luis Kröll, Präsident der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt, und Andreas Schatzer, Präsident des Gemeindenverbandes und Bürgermeister von Vahrn, der in seiner Gemeinde 60 E-Bikes angekauft hat und den Bürgern gegen eine geringe Leihgebühr zur Verfügung stellt. Dass Radfahren glücklich macht, bewies Heidi Ursch aus Terlan, die ihren täglichen Weg zur Arbeit nach Bozen mit dem Fahrrad bestreitet und dabei die Bewegung und die Natur genießt.

„Das alles zeigt, dass Südtirol trotz seiner alpinen Lage den Schritt in eine noch radfreundlichere Zukunft machen kann”, erklärte Landesrat Alfreider abschließend. “Alle Maßnahmen sollen dazu beitragen, den Anteil der mit dem Rad zurückgelegten Wege in Südtirol bis 2030 auf über 20 Prozent zu erhöhen. Derzeit liegt dieser bei elf Prozent.“

LPA

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  1. Diandl
    29.11.2019

    Für was noch alles soll Süd-Tirol eine Modellregion werden? Modell in möglichst jeder Sparte, sodaß auch noch der unscheinbarste Landesrat berühmt werden kann!
    LR Allfreider soll mit gutem Beispiel vorangehen und JETZT schon aufs Rad umsteigen! Am meisten CO2 spart man, wenn die Dienstkarossen der Landesregierung außer Betrieb genommen werden. Gretl segelt nach Übersee, der Bundes-Wau-wau fährt mit dem Zug von Wien nach Meran, da kann auch der Alfreider mit dem Radl zur Arbeit fahren. Ebenso seine Kumpane. Sommers wie winters, Süd-Tirol ist in jeder Jahreszeit schön!
    Sagt diesen Bürokratieverwaltern Allfreider, Schatzer und wie sie alle heißen denn niemand, welchen Blödsinn sie verzapfen? Das Rad wird für die Bürotiger, Boutiquenbesucher und Kneipengänger schon gut gehen, für den Großteil der arbeitenden Bevölkerung sicher nicht! Ich möchte den (oder die) sehen, der nach einem 12- oder 14-Stunden-Arbeitstag noch Lust hat, in den Feierabend zu radeln. Solche Ideen, die Bürger quasi aufs Rad zu zwingen, können nur dem Gehirn eines Menschen entstammen, der selbst noch nie richtig gearbeitet hat.
    Alfreider lenkt mit dem Ruf nach dem Rad nur vom eigenen Versagen und dem seiner Vorgänger in der Landesregierung ab. Es ist versäumt worden, die Verkehrswege auszubauen und Ortsumfahrungen zu schaffen, wo es not tut. Jetzt erstickt halb Süd-Tirol im Verkehr, und da kommt der Schlauian von Alfreider mit dem Rad! Gute Nacht!

    • Puschtra
      01.12.2019

      Bin dafür schon vorab , Kompatscher und Alfreider das goldene Fahradlenkrad
      zu verleihen, beide zeichnen sich dadurch aus, nach Rom zu Fliegen, weil
      der Frecia zu “langsam ist”, oder auch mal ihre 300 PS Dieseldienstwagen-Dreckschleuder mal im Stadtgebiet stehen zu lassen. Es sind immer
      die Gleichen, Wasser saufen und Wein predigen.Würde sogar Behaupten, das mehr
      als zwei Drittel der Bevölkerung Umwelbewusster unterwegs ist, wie die Politiker, wie die Grünen unsiso, die sind in der Realität die grössten Umweltverschmutzer, weil Nachweislich am meisten Fliegen

    • Puschtra
      02.12.2019

      Was unternimmt die Landesregierung zur Luftverpestung durch den Transit-LKW
      Verkehr im Eisacktal? Würde mir wünschen , dass man mal klare Worte Richtung
      BRD vernimmt, es kann nicht sein, dass man dort durch ihre verquere Klimapolitik es hinnimmt,dass immer mehr LKW auf der Autobahn unterwegs sind, anstatt mehr auf die Schiene zu bringen,aber da sieht man wieder mal die Doppelmoral der Klimadeutschen, solange Sie ihren CO2 Abdruck im Ausland abladen dürfen, ändert sich gar nichts an der Umweltverschmutzung in Europa

  2. Hofrat
    29.11.2019

    Lieber Herr Taktik, tikt oder takt es so langsam….hätte gerne einen Kommentar dazu von Ihnen.

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