von fe 09.10.2019 17:21 Uhr

Vom Klima bis zur Altersvorsorge: „Regionen in Europa sind das Rückgrat der EU“

Von sauberer Energie bis hin zu einem Gesundheitsprogramm, das Pflege und Vorsorge beinhaltet: Unter dem Fokus der Schwerpunktthemen 2021-2027 „Innovation, Digitalisierung, Klimawandel und Kreislaufwirtschaft“ tagte in den vergangenen zwei Tagen in Brüssel der Ausschuss der Regionen (AdR).

LH Günther Platter und Südtirols LH Arno Kompatscher im Gespräch - die Zusammenarbeit der Region Tirol-Südtirol-Trentino ist ihnen ein wesentliches Anliegen. © Delmi Alvarez

Zusammenarbeit für nachhaltige Energie- und Klimapläne

„Die definierten Schwerpunkte sind wichtige Zukunftsthemen. Nun gilt es, entsprechend regionaler Gegebenheiten maßgeschneiderte Strategien zu entwickeln, die sich anschließend über die Regionen hinweg ergänzen. Bei Themen wie dem Klimawandel braucht es mehr denn je die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Regionen“, sagte Österreichs Delegationsleiter LH Günther Platter. Konkret betreffe dies unter anderem die Umsetzung eines Pakets „Saubere Energie“ des AdR, in welchem nationale Energie- und Klimapläne unter verstärkter Einbeziehung von Regionen und Gemeinden entwickelt werden sollen. „Die Regionen und Gemeinden wissen, was vor Ort notwendig und möglich ist. Innovative lokale Maßnahmen ergeben in Summe das große Ganze. Es ist unser aller Verantwortung, im Sinne der Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder bestmöglich zusammenzuarbeiten“, so LH Platter. Dahingehend wurde auf dem Weg zum Null-Emissions-Ziel 2050 vom AdR ein Zwischenziel definiert: Bis zum Jahr 2030 sollen Treibhausgase um 50 Prozent verringert werden und der Anteil an erneuerbaren Energieträgern 40 statt der bisher definierten 32 Prozent betragen.

Erasmus für Gesundheitsberufe

In Tirol gelten die Pflege und Gesundheitsvorsorge bereits als zentrale Zukunftsthemen, welche mit zahlreichen Maßnahmen und Projekten bestmöglich gestaltet werden. Der AdR forderte nun ein Gesundheitsprogramm, bei dem Gemeinden und Regionen eine noch tragendere Rolle zukommt. So sollen Sozialdienste und die Gesundheitsversorgung noch besser integriert und die Digitalisierung effektiv eingesetzt werden. Auch ein Erasmus-Programm für Gesundheitsberufe wird angestrebt.

Starke Partnerschaften für Projekte – Vorbild Tirol

Das grenzüberschreitende Handeln und Einbeziehen der BürgerInnen gilt für LH Platter als unerlässlich, um die EU-Regionalpolitik wieder zum Impulsgeber zu machen. „Die Regionen bilden ein starkes Rückgrat der EU – die dort getroffenen Entscheidungen wirken sich wesentlich auf die Mitgliedstaaten aus. Umso wichtiger ist es, dass sie innerhalb der EU jene Bedeutung erhalten, die ihnen zusteht.“ Ein besonderes Anliegen Tirols ist es auch, die Regionen vor Ort im Sinne gelebter Partnerschaften einzubinden. Bei unterschiedlichen Programmen wie beispielsweise INTERREG Italien-Österreich, bei dem sechs Regionen zusammenarbeiten, werden BürgerInnen aktiv involviert. Tirol ist damit europaweit einzigartig, verweist LH Platter auch auf die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino, bei der die drei Länder in ihrer Arbeit vorbildhaft zusammenwirken.

Finanzen für europäische Regionen sichern

Bereits gestern ging es im Gespräch mit EU-Kommissar Johannes Hahn auch um die möglichen finanziellen Kürzungen für die europäischen Regionen. Dazu betonte LH Platter: „Eine Kürzung der Mittel dürfen wir nicht stillschweigend hinnehmen. Ein starkes Europa braucht starke Regionen. Ihre Schwächung wäre eine Gefahr für die Zukunft Europas“. Tirol stehen in den Jahren 2014 bis 2020 insgesamt 74 Millionen Euro aus der EU-Regionalförderung zur Verfügung.

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