von su 14.08.2019 19:04 Uhr

Flughafen: „Unverständnis, Enttäuschung und Angst“

Die Schützen des Bezirkes Südtiroler Unterland schreiben einen Offenen Brief an den Südtiroler Landeshauptmann. Darin wird die ablehnende Haltung gegenüber der Vorgehensweise der Südtiroler Landesregierung in Sachen Flughafen zum Ausdruck gebracht,

Bild: UT24/Montage

Klare und unmissverständliche Botschaft

„Im Schützenbezirk Südtiroler Unterland machen sich Unmut und großer Ärger breit“, schreibt Major Peter Frank und meint, dass vor gut drei Jahren der Landesregierung eine klare und unmissverständliche Botschaft übermittelt worden ist.

„Über 70 Prozent der Wähler, im Unterland teilweise sogar bis zu 90 Prozent, haben sich gegen das Flughafenprojekt ausgesprochen. Wohlgemerkt gegen das gesamte Projekt, welches nicht nur die Finanzierung, sondern auch den Ausbau der Landebahn und somit des Flughafens beinhaltet hat“, so Frank.

Sämtliche Ergebnisse, Wünsche und Forderungen werden übergangen

Nun aber werden, so Frank, sämtliche Ergebnisse und somit die Wünsche und Forderungen der Bevölkerung übergangen, schlimmer noch!
„Mit voreingenommenen Auslegungen und bewusstem Verschweigen wichtiger Einzelheiten werden die Verhandlungen einfach weitergeführt und das Wählervolk hintergangen“, urteilt Frank.

Trotz der Zusage des Landeshauptmannes den Ausgang des Referendums als bindend anzusehen, steht man jetzt sogar kurz vor der Vertragsunterzeichnung mit privaten Käufern, resümiert der Major des Schützenbezirks Südtiroler Unterland.

Offensichtlich, dass es nicht bei einer Verlängerung bleiben wird

Es ist verständlich, so Frank weiter, dass private Käufer rein wirtschaftliche Interessen verfolgen und somit einen Ausbau der Start- und Landebahn verlangen und voraussetzten. Es ist ebenso verständlich wie offensichtlich, dass es nicht nur bei einer einmaligen Verlängerung bleiben wird.

„Das wirtschaftliche Interesse wird auch das zu gegebener Zeit fordern.
Unverständlich jedoch, dass man damit nie offen und ehrlich an die Allgemeinheit herangetreten ist“, schreibt Frank.

Forderderung des Schützenbezirkes Südtiroler Unterland

Deswegen fordert der Schützenbezirk Südtiroler Unterland, den Landeshauptmann sowie die Landesregierung unverzüglich und unmissverständlich auf:

– die Forderung der Bevölkerung zu respektieren
– die Bevölkerung in Bezug auf das Gesamtprojekt des Flughafens offen und ehrlich zu informieren und weder gezielt noch bewusst Fehlinformationen zu streuen
– die Umwelt und somit die Gesundheit des Unterlandes und seinen Bewohnern zu bewahren und zu schützen
– die Vertragsunterzeichnung unter den gegebenen Umständen auf alle Fälle zu stoppen

Weder Kläger noch Richter - Heimat schützen im Vordergrund

„Obwohl wir uns als Unterlandler Schützen ausreichend und gründlich über die gesetzliche Lage und Rechtswidrigkeit erkundigt haben, sehen wir uns in dieser Sache weder als Kläger noch als Richter“, erklärt Frank.

Unsere Aufgabe, so Frank, war und ist es unsere Heimat, in welchem Sinne auch immer, zu schützen und zu verteidigen. Dies steht für uns an oberster Stelle.

„Wann immer wir es für nötig halten, werden wir mit aller Kraft und jeden uns rechtlichen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür einstehen und kämpfen“.

Bitte eines Landesteiles, der vor drei Jahren ein klares Nein ausgesprochen hat

Frank stellt für den Schützenbezirk Südtiroler Unterland klar, „dass dieses Schreiben nicht als Drohung gedacht ist. Vielmehr sollten Sie und Ihre Landesregierung es als eine eindringliche Bitte sehen.
Als Bitte eines Landesteiles, das bereits unter mehreren umweltschädlichen Lasten leidet.
Als Bitte eines Landesteiles, welches vor drei Jahren ein klares NEIN zum Gesamtprojekt „Flughafen“ gesprochen hat.
Aber ebenso stellen wir klar, dass wir auch weiterhin kämpfen werden.
Kämpfen, für unsere Heimat und ihre unverkennbare und schöne Gegend.
Kämpfen, für unsere Mitmenschen und ihre Gesundheit.
Mit einer öffentlichen Stellungnahme vor Allem aber mit dem Abbruch der Verhandlungen, beweisen Sie, dass ihnen die Bevölkerung und das Land, welches Ihnen anvertraut wurde, wertvoll und schützenswert erscheint und Sie auch weiterhin in diesem Sinne und Auftrag arbeiten wollen“, so Frank.

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