von su 11.07.2019 17:51 Uhr

Prags im ZDF-Auslandsjournal

Am Mittwochabend ist Prags ein Fernsehbeitrag im ZDF gewidmet worden. Dabei ist das Warum der täglichen Invasion in diese beschauliche Gegend im Hochpustertal möglicherweise geklärt worden.

Gerhard Kammerer (Bild: ZDF)

Das ZDF vermutet den täglichen Massenansturm mit der Begierde nach einem Selfie in einer selten schönen Landschaft.

Es geht den Besuchern gar nicht darum, die Gegend in alt gewohnter Manier zu genießen, diese „einzuatmen“, sondern es geht ausschließlich um das Foto vor grandioser Bergkulisse, so der Bericht.

Insta-Travel der neue Trend

Es sind auch Belege für diese Annahme in die Sendung gepackt worden: Eine junge Frau, welche sich im Kleid und Lackschuhen dort ablichten will, wo eigentlich Wanderkleidung das Erscheinungsbild dominiert.

Über dem Ganzen steht ein neuer Trend, namens „Insta-Travel“. Die Frau wird das Bild unmittelbar mit ihren 12.000 Instagram-Followern teilen. Dann erst, so sagt Ksenia Zichler, eine Reisebloggerin, wird sie ihre Wanderkleidung aus dem Rucksack ziehen. „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“, sagt sie dem ZDF.

150.000 Bilder vom Pragser Wildsee auf Instagram

Damit ist Ksenia nicht alleine. Immer mehr Menschen pilgern an Orten wie diesen, für das einmalige Bild.

Allein auf Instagram gibt es mehr als 150.000 Fotos vom Pragser Wildsee, hat das ZDF errechnet.

Die Talbewohner, jene 650 Personen, die hier leben, machen nur ein Zehntel der täglichen Besucher aus. Sie stehen dieser Entwicklung sehr skeptisch gegenüber.

Disneyland, Stau, Luftverschmutzung und Müll

Gerhard Kammerer, ein Landwirt im Ort sagt, ihm komme vor, dass alle „nur mal hoch fahren, schnell ein Foto machen, fünf bis zehn Minuten schauen, und ab“.

Laut Kammerer würden die Besucher kein Geld im Tal lassen, außer Stau, Luftverschmutzung, Müll und sonst nichts“.

Auch Gastwirt Armin Hinterhuber erkennt sein Prags schon lange nicht mehr: „Es war hier einmal ein reines Wandergebiet und jetzt sind wir mittlerweile fast schon Disneyland geworden“.

Hinterhuber bedauert, dass die Leute nicht mehr in den Urlaub fahren, um etwas zu genießen, sondern nur um sagen zu können „ich war auch da, und wenn es nur drei Sekunden gewesen sind“.

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  1. Puschtra
    11.07.2019
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