von ih 11.10.2018 09:37 Uhr

Zwerger: „Scheinheilige Klima-Diskussion in Dieseldebatte“

„Leider lassen sich auch in Südtirol immer mehr Politiker von der Elektro-Industrie vor einen scheinheiligen Karren spannen. Es wird ein Krieg gegen den Diesel geführt, der am Ende dem Weltklima nichts bringt, aber zahlreiche Südtiroler Familien und Kleinbetriebe in Existenznot bringen wird“, kritisiert der stellvertretende Parteiobmann der BürgerUnion, Dietmar Zwerger.

Vordergründig, so bestätigt es auch die BürgerUnion, scheint ein Dieselverbot eine einfache und effiziente Lösung für Klimaschutz und Luftentlastung zu sein, bei genauem Hinsehen hingegen wackelt diese Theorie. „Erstens ist eine Entlastung der Luft durch Dieselverbote eine rein gefühlte. Prof. Mathias Klinger, Leiter des renommierten Fraunhofer Institutes erklärte kürzlich öffentlich, das bei Inversionswetterlagen die Feinstaubwerte auf 100 bis 150 Mikrogramm pro Kubikmeter steigen können. Bei Sperrung des gesamten Verkehrs haben wir laut Klinger vielleicht zehn Mikrogramm weniger. Das reduziert die Spitzenbelastung faktisch gar nicht,“ zitiert Zwerger den international anerkannten Professor.

Zudem sollten laut BürgerUnion auch die Alternativen zum Diesel- bzw. Benzinmotor hinterfragt werden. „Aktuell verfolgen wir alle den Kampf um den Hamberger Forst, der gerodet werden soll, um Braunkohle abzubauen, welche an fünf Braunkohlewerke geliefert wird, von denen z.B. das Kraftwerk Fimmersdorf mit 1.270 g CO2 pro Kilowattstunde das am meisten Feinstaub verursachende Kraftwerk Deutschlands ist und mit diesen Emissionen den Strom für Elektroautos produziert. Auch in unserem Land geht die Stromlobby mit der Umwelt, sprich unseren Gewässern und der darin lebenden Fauna alles andere als zimperlich um und verursacht alljährlich den Verlust von Lebensraum und den Tod von tausenden von Tieren, um wie ihre Braunkohlekollegen in Deutschland Strom für Elektroautos zu produzieren. Diese Autos wiederum benötigen Lithium für ihre Batterien, für dessen Gewinnung in Chile ganze Gebiete unwiderruflich zerstört werden, da das lithiumhaltige Grundwasser an die Oberfläche gepumpt wird und so ganze Landstriche verdörren. Wobei die Batterien selbst hochgiftiger Sondermüll sind und im Brandfall ganze Städte vergiften können. Dass Öl und die Ölindustrie keine Umweltschützer sind, liegt auf der Hand, doch dass die Alternative noch schlimmer ist, ebenso“, erklärt Zwerger.

Abgesehen von der Augenauswischerei was den Klimaschutz betreffe, seien Dieselverbote laut Zwerger auch ein finanzieller Schlag, besonders für Familien und Kleinbetriebe. „Wenn der Familienvater, der Handelsagent, der Handwerker nicht mehr zur Arbeit fahren dürfen, werden sie diese entweder verlieren oder sie werden von der Politik gezwungen, ein für das Weltklima mindestens gleich schädliches, aber teureres Auto zu kaufen. Dies kann sich längst nicht jede Familie und ebenso nicht jeder Kleinunternehmer leisten. Die Politik beweist leider wieder, dass die großen Konzerne der Politik den Takt vorgeben und die Kleinen können es wieder ausbaden. Dagegen werden wir weiterhin kämpfen“, ist Dietmar Zwerger überzeugt.

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