von red 13.02.2018 06:15 Uhr

Egetmann-Umzug ist nicht nur Traminer Tradition

Weitum und sogar über die Grenzen Südtirols hinaus ist der Traminer Egetmann-Umzug bekannt. Heutzutage findet in den ungeraden Jahren am Faschingsdienstag dieser berühmte Umzug statt, der seinen Namen aufgrund einer männlichen Strohpuppe, die eine Egge mitführt, erhielt. Tausende Faschingsbegeisterte strömen nach Tramin, um diesem Schauspiel beizuwohnen.

Bild: Dietmar Zublasing. www.egetmann.com

Heute sind es allerdings nur mehr die Traminer, die diesem Brauch nachgehen. Wie jedoch verschiedene Quellen beweisen, waren auch in Kurtinig bis 1870 unter der Bezeichnung „Ruepl“, in Salurn bis 1890, Altrei bis 1930 und Nals bis 1872 Egetmann-Umzüge fixe Bestandteile der Fasnacht.

1934: Nals lässt Egetmann-Umzug nochmal aufleben

Interessant ist dabei die Tatsache, dass Nals im Jahre 1934 nach 62 Jahren den Egetmann-Umzug noch einmal aufleben ließ, wie in der Ausgabe vom 10. Februar 1934 der Tageszeitung „Dolomiten“ nachzulesen ist. Im Artikel von Richard Staffler wird der Zug besonders anschaulich und detailliert beschrieben:

Vom Hiesegger-Hof aus zogen maskierte Dorfbewohner, die „Musikbande“, „Knollenderschlager“, „Saner“, der Chor u.v.m. durch das Dorf. Mit dabei waren auch Vertreter der verschiedensten Berufsgruppen, wie beispielsweise Schneider Karrner, Schuster und Arzt.

Egetmann im Mittelpunkt

Den Mittelpunkt bildete jedoch nur eine einzige Figur, nämlich die des Egetmann. Der Beschreibung nach war dies eine ausgestopfte und mit einer damals 150 Jahre alten Bauerntracht bekleidete männliche Figur, die auf einem Hornschlitten stand und eine Egge mitführte. Begleitet wurde der Egetmann von den Schützen. Auch die Nalser Dorfbevölkerung zeigte reges Interesse, laut Angaben des Autors nahmen sogar die meisten Nalser am Umzug teil; die Frauenrollen aber wurden von verkleideten Burschen gespielt, da „das Maschergehen [..], wie bei den alten Römern, ein Recht der Männer“ war.

Der Autor beschrieb den Nalser Spielaufzug „als ein letztes Überbleibsel jener großen Volksdarstellungen, in welchen um die Zeit nach der Wintersonnenwende nach dem Vorbilde alter Mysterien der Sieg der besseren Jahreszeit über den scheidenden Winter gefeiert worden ist“.

Waren es vor über 100 Jahren noch fünf Dörfer, die den Egetmann-Umzug organisierten, so ist heute nur noch ein einziges übriggeblieben. Genau deshalb ist es von besonderer Wichtigkeit diesen wichtigen Brauch hochleben zu lassen und besonders zu schätzen und zu schützen.

Auch Altrei feiert Egetmann

Nach langer Zeit Wiederaufleben lassen haben die Altreier den alten Brauch. Seit 2016 feiert dort der Egetmann-Hansl wieder Hochzeit.

Am Samstag zogen vier Wägen, begleitet von laut klappernden Schnappviechern, zum Rathaus.

 

 

 

Kinder-Egetmann in Tramin

Während der große Egetmann-Umzug in Tramin in den ungeraden Jahren stattfindet, zeigen die Traminer Kinder in den geraden Jahren beim sogenannten Kinder-Egetmann, dass sie den gorßen Narren in nichts nachstehen. Schon seit Monaten fiebern die Traminer Jungs auf den „Lesten“ hin.

Der Umzug findet heute, Dienstag, mit Start um 13.00 Uhr in Tramin statt.

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