von lf 07.11.2017 09:00 Uhr

Diese bekannten Namen tauchen in den „Paradise Papers“ auf

Die von einem internationalen Journalisten-Team ausgewerteten Daten zu Steueroasen bestätigen erneut, was viele bereites wussten: Briefkastenfirmen in Kleinstaaten helfen dabei, enorme Vermögen und Besitzverhältnisse zu verschleiern, die der Allgemeinheit zu Gute kommen sollten. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat die wichtigsten prominenten Namen des brisanten Enthüllungen zusammengefasst.

Lewis Hamilton Der nunmehr viermalige Formel-1 Weltmeister soll eine Briefkastenfirma auf der Isle of Man dazu verwendet haben, um beim Kauf seines 20 Millionen teuren Privatjets mehr als vier Millionen Euro an Mehrwertsteuer einzusparen. Er soll den Flieger in Kanada gekauft haben, um in anschließend mit Hilfe eines Zollabkommens zwischen Großbritannien und der Europäischen Union, die auf der Insel der Irischen See gelten, als in die EU-importiert aussehen zu lassen.

Gerhard Schröder Auch der Name des Bundeskanzlers a.D. taucht in den Papieren auf, allerdings nur als Stellvertreter des russisch-britischen Öl- und Gasunternehmens TNK-BP, das seinen Sitz auf den Britischen Jungferninseln hat.

U2-Sänger Bono Das Gesicht der irischen Rockband U2 hat laut „Paradise Papers“ über Firmen in Malta und in Guernsey in ein Einkaufszentrum in Litauen investiert. Der Sänger sei den Enthüllungen zufolge an einer Betreiberfirma eines 3700 Quadratmeter großen Gebäudekomplexes mit Einzelhandelsgeschäften in der nordlitauischen Stadt Utena beteiligt.

Paul Gauselmann Der deutsche Pionier in Sachen Spielautomaten, Sportwetten und Geldverarbeitungssystemen taucht in den geleakten Dokumenten ebenfalls auf. Das Glücksspiel-Geschäft, das faktisch staatlicher Regulierung entzogen ist, habe seinen Grundstein in der Steueroase Isle of Man.

Queen Elizabeth II. Die britische Königin soll rund zehn Millionen Pfund aus ihrem Privatvermögen in Fonds auf den Kaimaninseln und den Bermudas angelegt haben. Das Geld sei unter anderem in den umstrittenen Elektronikhändler Brighthouse reinvestiert worden, die wegen Wucherzinsen in der Kritik steht, berichteten BBC und „Guardian“. Geld sei auch in eine Ladenkette für Spirituosen geflossen, die aber später Pleite ging.

George Soros Der Investor soll über die Kanzlei Appleby ein Netz von Firmen unter anderem auf den Britischen Jungferninseln und den Bermudas verwaltet haben. Der Gründer des Onlineauktionshauses, Pierre Omidyar, ist demnach Chef einer Firma auf den Kaimaninseln, die als Investitionsvehikel für seinen Trust fungiere.

Curt Engelhorn Die deutsche Milliardärsfamilie Engelhorn ist laut den Dokumenten Großkunde der Kanzlei Appleby. Ein Steuerverfahren gegen zwei Töchter des 2016 verstorbenen Pharma-Unternehmers Curt Engelhorn hatte demnach zu einer Nachzahlung von 145 Millionen Euro geführt. Allerdings hätten die deutschen Steuerbehörden damals nichts von einigen der dutzenden Trusts gewusst, die der Familie Engelhorn zuzurechnen seien.

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