von lf 06.08.2017 09:22 Uhr

Bozen als Ausgangspunkt einer „neuen Fluchtroute“

Flüchtlinge als blinde Passagiere auf Güterzügen. Ein seit Beginn der Massenmigration nach Europa ein weit bekanntes Phänomen. Das deutsche Fernsehmagazin „Spiegel-TV“ beschäftigte sich jüngst in einer Kurzreportage mit der Problematik der illegalen Einreise über den Alpenraum nach Deutschland – und deklarierte dabei Bozen als Startpunkt einer „neuen Fluchtroute per Güterzug“.

Bildschirmfoto: Youtube/spiegeltv

Die Massenmigration über das Mittelmeer nach Europa hält ungebremst an. Ankömmlinge versuchen nach ihrem Eintreffen im Süden Italiens mit allen Mitteln über den Alpenraum nach Norden zu gelangen, um dort in Hotspot-Länder wie Österreich, Deutschland, Schweden et cetera einzureisen. Die Asylwerber suchen sich immer neue Wege, um ihr Ziel zu erreichen. Viele von ihnen verstecken sich auf Waggons von Güterzügen, um unbemerkt über die Alpen zu gelangen.

Südtirols Landeshauptstadt Bozen wird in dem Beitrag von Spiegel-TV von Anfang August als Ausgangsort und Drehkreuz für die Weiterreise nach Norden definiert. Alle Frachtzüge aus Italien die nach Nordeuropa wollen, müssen Bozen und das Nadelöhr Brenner passieren. Am Bozner Bahnhof versuchen folglich viele Migranten, auf einen stehenden Güterzugwaggon zu klettern.

Im Bozner Bahnhofspark – längst zum Kriminalitätshotspot der Stadt verkommen – interviewte das Nachrichtenmagazin einen somalischen Asylanten, um Hintergründe über den Startpunkt der Fluchtroute in Erfahrung zu bringen. Im Gespräch berichtet der Mann über den Versuch seiner Bekannten, in Bozen einen Güterzug zu besteigen um damit die Grenze nach Deutschland zu überqueren: „Sie haben es gestern Nacht um neun probiert. Aber die Polizei am Brenner hat sie geschnappt und zurück gebracht. Aber sie wollen es wieder versuchen“, berichtet der Mann über die zahlreichen Anläufe, die ein solches Unterfangen offenbar benötigt, um erfolgreich zu sein.

Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Grenzschutzbeamten und den Illegalen ist vorprogrammiert: Schließlich hat die Anweisung der Schlepper, sicher über die Grenze zu kommen einen stolzen Preis: „Sie zahlten 200 bis 300 Euro an einen Afrikaner, der den Weg kennt und sie dann dort hinbringt.“

Hier können Sie die Dokumentation, bei der Bilder aus Tirol zu sehen sind, nachsehen:

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