von red 13.07.2017 17:41 Uhr

Zehn Asylwerber kommen – Südtiroler Familie will ausziehen

In der Gemeinde Naturns sollen sehr bald 19 Asylwerber eine Unterkunft finden. Zehn von ihnen sollen in zwei leerstehenden Wohnungen untergebracht werden, die sich inmitten einer Wohngemeinschaft im alten Schnalstaler E-Werk befinden. Die im Haus lebenden Familien fühlen sich vor den Kopf gestoßen und beklagen sich darüber, erst im letzten Moment davon erfahren zu haben.

Im Schnalstaler E-Werk sollen künftig zehn Asylwerber leben - neben neun Südtirolern - Foto: Mattedi

Das betroffene Gebäude, in welchem zehn junge Afrikaner untergebracht werden sollen, befindet sich derzeit im Besitz der Alperia.

Die Bewohner der Wohngemeinschaft im alten E-Werk haben allerdings erst bei einem Informationsabend der Gemeinde erfahren, dass in ihrem Haus zehn Asylwerber untergebracht werden sollen. Obwohl es bereits bekannt gewesen sei, dass Naturns Plätze für die Aufnahme gefunden habe, war bis zuletzt nicht klar, wo diese sich befinden sollten.

Naturns Bürgermeister Andreas Heidegger (SVP) habe eigenen Angaben zufolge nicht gewusst, dass im betroffenen Haus auch Familien mit Kindern leben. Da die Angelegenheit jedoch bereits fortgeschritten sei, könne er nichts mehr für die Bewohner machen, so seine vertröstende Antwort.

Bürgermeister und Land segnen Unterbringung ab

Nach massiven Protesten durch die Bewohner kam es Ende Juni schließlich zu einem Lokalaugenschein im Gebäude. Die Sozialreferentin der Gemeinde Naturns, Christa Klotz war zusammen mit Florian Prinoth von der Bezirksgemeinschaft und Alperia-Direktor Pierpaolo Zamunaro, sowie dessen Mitarbeitern im E-Werk vorstellig geworden.

Dabei wurde den Wohnungsbesitzern mitgeteilt, dass Landeshauptmann Arno Kompatscher und Dr. Luca Critelli von der Landesabteilung für Familie und Soziales von dem Projekt schon länger wussten und die Durchführung abgesegnet hatten. Schlussendlich stellte sich aber heraus, dass es Bürgermeister Andreas Heidegger selbst war, der die zwei leerstehenden Wohnungen im E-Werk in Erwägung gezogen hatte. Darauf habe die Alperia eine Zusage zur Nutzung der beiden Wohneinheiten gegeben – ohne die Bewohner des Hauses darüber zu informieren.

Mit der Unterbringung von zehn Asylwerbern in zwei Wohnungen werden in Zukunft 19 Menschen im Haus leben – womit die jungen Afrikaner künftig die Mehrheit in der Wohngemeinschaft in Naturns stellen. Dieser Umstand verärgert eine Familie bereits so sehr, dass sie mit der Idee spielt, aus ihrer Wohnung auszuziehen.

„Wer soll hier integriert werden?“

Auch die restlichen Bewohner sind mehr als verärgert. „Die Anzahl von 10 Asylwerbern auf 9 Mieter ist doch nicht gerecht. Wer wird oder soll hier integriert werden?“, ärgert sich ein betroffener Bewohner im Gespräch mit UT24.

„Wir Mieter haben weder von Alperia eine Mitteilung bekommen, noch wurden wir in irgend einer Form informiert. Die Dorfgemeinschaft hat uns im Stich gelassen. Und das obwohl mehrere Objekte in Naturns leerstehen“, so der Mann.

Naturns wäre von seiner Größe her eigentlich nur dazu verpflichtet, drei Asylwerber aufzunehmen. Warum eine Wohngemeinschaft, bestehend aus neun Personen, allerdings nun zehn junge Männer aufnehmen muss, bleibt für viele Naturnser ein Rätsel.

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  1. sirrona
    16.07.2017

    Ein Bürgermeister, der nicht weiß, wer wo im Ort wohnt, ist entweder selten blöd oder grün. Oder halt beides. Und hört auf, die Worte “Asyl” oder “Flüchtlinge ” zu gebrauchen, das sind nur schmarotzende Migranten ohne Aufenhaltsberechtigung.

  2. Diandl
    13.07.2017

    “Naturns Bürgermeister Andreas Heidegger (SVP) habe eigenen Angaben zufolge nicht gewusst, dass im betroffenen Haus auch Familien mit Kindern leben. Da die Angelegenheit jedoch bereits fortgeschritten sei, könne er nichts mehr für die Bewohner machen.”

    Womit verbringt so ein Bürgermeister den ganzen Tag in seiner Amtsstube? Bei einem derart delikaten Problem – Alimentierung von Sozialsystem-Touristen in der Gemeinde – ist es nicht zu viel verlangt, daß sich der Erste Bürger der Gemeinde im Vorfeld über die Unterbringungsmöglichkeiten und weiteren Umstände informiert. Um in Erfahrung zu bringen, ob im angedachten Quartier auch Kinder untergebracht sind, genügen wenige Mausklicks – muß er nicht mal selbst erledigen, machen seine Beamten für ihn.
    Eine wahrlich dumme Ausrede, Herr Bürgermeister!
    Und daß Sie, Herr Heidegger, nichts mehr für die betroffenen Familien machen können, da die Angelegenheit so weit fortgeschritten sei, ist auch mehr als billig. Selbstverständlich könnten Sie machen, wenn sie wollten! Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und beherbergen Sie selbst eine Handvoll Asylbewerber. Sie haben doch so viel Verständnis für jene, denen es in ihren Heimatländern nicht so gut geht, daß Sie sie an Ihren goldenen Wasserhähnen teilhaben lassen können.
    Dann müssen Sie auch nicht resignieren und sich mit folgendem Satz in der Neuen Südtiroler Tageszeitung zitieren lassen: “Alle sind für die Solidarität, aber leisten will sie am Ende niemand.”
    Nur zu! Nehmen Sie fünf!
    Und wenn Ihre solidarischen Kollegen im Gemeinderat ihre Solidarität auch unter Beweis stellen wollen, so können alle angekündigten Asylbewerber problemlos untergebracht werden. Es können sogar noch Asylbewerber aus den Nachbarorten übernommen werden.


  3. 13.07.2017

    Multikulti-Südtirol
    Solche politisch Entscheidungen kennt man nur von Diktatoren, die SVP
    ist nicht mehr Wählbar!

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