von lf 26.04.2017 08:16 Uhr

VdB-Sager: Kopftuch für alle Frauen „aus Solidarität“

Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen sorgt mit einer grotesken Aussage für Aufsehen. Bei einer Diskussion mit Jugendlichen im Haus der Europäischen Union in Wien meinte das Staatsoberhaupt, dass der Tag kommen wird, an dem man alle Frauen bitten müsse, „aus Solidarität“ ein Kopftuch zu tragen.

APA (AFP)

An die Öffentlichkeit gelangt ist die äußerst brisante Aussage über die ORF-Sendung „Report“, die anlässlich der ersten 100 Amtstage von Van der Bellen einen ausführlichen Bericht über den Alltag des Bundespräsidenten gestaltete. Darin vor kam auch ein Mitschnitt der Veranstaltung, an dem Van der Bellen die brisanten Äußerungen von sich gab.

Van der Bellen meinte wortwörtlich:

„Es ist das Recht der Frau – tragen Männer auch Kopftücher? – sich zu kleiden, wie auch immer sie möchte. Das ist meine Meinung dazu. Im Übrigen nicht nur muslimische Frauen. Jede Frau kann ein Kopftuch tragen. Und wenn das so weitergeht – und damit bin ich schon bei der nächsten Frage – bei der tatsächlich um sich greifenden Islamophobie wird noch der Tag kommen, wo wir alle Frauen bitten müssen ein Kopftuch zu tragen. Alle, als Solidarität gegenüber jenen, die es aus religiösen Gründen tun.“

Laut dem Kommentator der Sendung ist Van der Bellen bei der Diskussion „ins Plaudern geraten“ und habe „nicht mehr jedes Wort mit Bedacht gewählt“. Er fügt hinzu: „Seine Redenschreiber in der Hofburg würden wohl anders formulieren.“

Ähnlich sieht es auch Kolumnist Christoph Kotanko, der kurz danach zu Wort kommt. Laut Kotanko neigt Van der Bellen zu spontanen Äußerungen, die „der Würde und der Bürde dieses Amtes nicht ganz angemessen sind“.

Noch während der Sendung gingen in den sozialen Netzwerken schon emotionale, von Wut und Sarkasmus geprägte Diskussionen los. Sowohl Frauen als auch Männer zeigten sich empört über die Aussage ihres Bundespräsidenten:

Hier können Sie die besagte Passage nachsehen:

Auch zum Thema illegale Doppelstaatsbürgerschaften äußerte sich Van der Bellen im Interview mit Report-Moderatorin Susanne Schnabel: „Ich sehe das große Problem nicht darin, dass jemand zwei Staatsbürgerschaften hat. Ich sehe nicht, was dem österreichischen Staat dadurch für ein Schaden entsteht,“ sagte Van der Bellen und bezog damit Position gegen den von Teilen der Regierung und der FPÖ vorangetriebenen Kurs der strengeren Kontrolle.

Mit der Idee von der Einrichtung von Flüchtlingscamps in Afrika kann sich das Staatsoberhaupt hingegen nicht anfreunden: „Ich habe bis jetzt noch keinen praktikablen Vorschlag gehört, wie man das umsetzen könnte. Ich glaube, das ist alles unausgegoren.“ Eine entsprechende Regelung solle nur in Einklang mit Brüssel und keineswegs vorschnell erfolgen.

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  1. Diandl
    26.04.2017

    Ich seh’ sie schon, seine Gesinnungsgenossinnen Femen, wie sie kopftuchumhüllt ihre Aktionen durchführen…
    Van der Bellen, in seiner linken Illussionswelt gefangen, sieht nicht, daß die Mohammedanerinnen nicht der Solidarität mit ihrer Unterdrückung und ihren Unterdrückern bedürfen, sondern, sondern der Verbannung und Ächtung dieser frauenfeindlichen Fesseln. Das Kopftuch der Mohammedanerinnen ist kein Modeschmuck, sondern steht für die Unterwerfung der Frau. Wenn Van der Bellen nicht ganz senil ist, weiß auch er das.

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