von red 12.08.2016 16:30 Uhr

Unlauterer Wettbewerb: Land bezahlt Unternehmer bei Einstellung von Asylwerbern

Viele Unternehmen beschäftigen im Moment Asylwerber und Zuwanderer als günstige Hilfskräfte. Der Grund dafür: Das Land belohnt die Anstellung dieser Menschen mit finanziellen Mitteln. Viele Einheimische klagen über einen unlauteren Wettbewerb, der dadurch betrieben wird. 

Thomas Oberegger, Geschäftsführer des Unternehmens WooDone, mit den eingestellten Asylwerbern - Foto: WooDone

Es ist nur eines von vielen Beispielen einer Praxis, die im Moment landauf und landab Einzug hält. Der Eisacktaler Holzbrillenhersteller „WooDone“ gab am Freitag mittels einer Presseaussendung bekannt, dass das Unternehmen in diesen Tagen fünf Asylwerber aus Afrika angestellt habe – mit Unterstützung des Landes Südtirol.

Auf Nachfrage von UT24 bestätigte der Brillenhersteller, dass die Unterstützung finanzieller Natur sei. Ein genauer Betrag konnte jedoch nicht genannt werden. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll es sich um einen Zuschuss von 300 Euro je Zuwanderer handeln, den man mit Arbeiten unterschiedlichster Natur beschäftigt.

Afrikaner auf Feldern gesichtet

Das vom Land forcierte Angebot hätten in den vergangenen Wochen vor allem Unternehmen im Pustertal, sowie auch Bauern genutzt. So berichten Augenzeugen davon, sie hätten in den letzten Wochen vermehrt Menschen afrikanischer Herkunft auf den Feldern arbeiten sehen.

Dass es eine solche finanzielle Belohnung für die Anstellung von Zuwanderern gäbe, wurde von offizieller Seite bislang nicht bestätigt. Doch unter vorgehaltener Hand sei dies bereits ein offenes Geheimnis.

Pöder: „Falsche Herangehensweise“

Der Landtagsabgeordnete Andreas Pöder (BürgerUnion) erklärte auf Nachfrage von UT24, selbst bereits von solchen „Beschäftigungsförderungen“ des Landes von Bürgern gehört zu haben. Hierzu seien ihm Fälle von Bauern bekannt, die diese Menschen saisonal aufgenommen hätten.

Der Abgeordnete hält diese Herangehensweise jedoch für die falsche Lösung, da die Unternehmer bereits ausreichend davon profitieren würden, indem sie sehr günstige Arbeitskräfte erhalten würden. Die Anstellung dieser Menschen dann auch noch durch finanzielle Anreize zu fördern, sei ein falsches Signal.

„Dann müsste ein Unternehmer ja auch fairerweise Geld dafür bekommen, einen jungen Einheimischen zu beschäftigen“, meint Pöder.

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