von st 28.09.2015 07:16 Uhr

„Wir machen einen Staat!“

Foto: STF

„Hem guanyat! Hemos guañado! We have won! Nous avons gagné!“. Gleich in vier Sprachen fasste Artur Mas am Sonntag Abend das Wahlergebnis seines Bündnisses „Junts pel Sí“ zusammen.

Cristian Kollmann von der Süd-Tiroler Freiheit war mit einer Delegation der Europäischen Freien Allianz in Katalonien unterwegs und hat den Wahlausgang so wie zuvor das Wahlgeschehen vor Ort mitverfolgt. Noch bevor gegen 23 Uhr das endgültige Wahlergebnis feststand, traten die drei Spitzenkandidaten des independentistischen Wahlbündnisses „Junts pel Sí“ (Gemeinsam für das Ja) vor die Medien und die gewaltige Menge des Wahlvolkes und gaben erste Stellungnahmen ab, die sich Kollmann notierte. Bis auf den ersten viersprachigen Satz von Mas wurde der Rest der Reden in der Nationalsprache Katalanisch gehalten

Artur Mas („Convergència Democràtica de Catalunya“ – Demokratische Übereinstimmung Kataloniens): „Heute haben wir einen doppelten Sieg errungen. Das Ja hat gewonnen. Aber mehr und mehr hat auch die Demokratie gewonnen. Wir haben jetzt eine enorme Kraft und eine große Legitimität, unser Projekt voranzubringen.“

Oriol Junqueras (Partei „Esquerra Republicana de Catalunya“ – Republikanische Linke Kataloniens): „Wir haben Geschichte geschrieben. Diese Geschichte werden wir jetzt fortsetzen. Wir machen einen Staat. Niemand kann uns mehr sagen, dass wir nicht die demokratische Berechtigung hierfür hätten!“

Raül Romeva i Rueda (ehemaliges Mitglied der katalanischen Grünen, für die er bis 2014 im EU-Parlament saß): „Trotz der feindseligen Kampagne, einer Kampagne des Neins und der Lügen haben die Menschen sich nicht einschüchtern lassen und erkannt, dass sie eine historische Chance haben. Das Ja hat über das Nein klar gesiegt. Wir werden mit Allen gemeinsam dieses Land aufbauen und es Allen anbieten.“

Das Wahlbündnis „Junts pel Sí“ wird im katalanischen Parlament mit 62 von insgesamt 135 Sitzen vertreten sein. Hinzukommt eine weiteres independentistischens Bündnis „Candidatura d’Unitat popular“ (Kandidatur der Volkseinheit), auf das 10 Sitze entfallen. Beide Gruppen zusammen ergeben im katalanischen Parlament mit 72 Sitzen eine absolute Mehrheit, die sich für die Unabhängigkeit Kataloniens ausspricht.

Jordi Solé, Vizegeneralsekretär der „Esquerra Republicana de Catalunya“ und Generalsekretär der Europäischen Freien Allianz, wird am 24. Oktober als Hauptredner auf der Landesversammlung der Süd-Tiroler Freiheit zu Gast sein und Kataloniens Weg in die Unabhängigkeit aufzeigen.

 

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