von ts 27.09.2015 23:36 Uhr

Einweihung der Anton-Schiestl-Gedenktafel

Über 70 Jahre nach ihrer Zerstörung im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs wurde in Bozen am Sonntag die neue Anton-Schiestl-Gedenktafel eingeweiht. Mehrere Vereine aus Nord- und Südtirol erinnerten dabei an den Gründer des Turnvereins und der Freiwilligen Feuerwehr Bozen.
Die neue Schiestl-Tafel. In der Bildmitte (mit roter Krawatte) Dr. Christoph von Ach - Foto: Unsertirol24

Der Feier am Pfarrplatz wohnten einige hundert Besucher bei, sowie der Landesverband der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols, die Freiwilligen Feuerwehren Bozen und Bruneck, die Bozner Berufsfeuerwehr, der SSV Bozen, der Tiroler Turngau, die Katholische Mittelschulverbindung Laurins Tafelrunde und die Schützenkompanien Bozen und Gries.

Die Politik war durch Vizebürgermeister Klaus Ladinser, die Landtagsabgeordneten Pius Leitner, Sigmar Stocker und Helmuth Renzler, die Gemeinderatsmitglieder Sylvia Hofer und Carlo Vettori, Altlandeshauptmann Luis Durnwalder und die ehemalige Landtagsabgeordnete Eva Klotz vertreten.

Nach den Ansprachen der Festredner der verschiedenen Vereine und des Vizebürgermeisters wurde die Tafel von der Laaser Steinmetzin Sandra Heidenwolf enthüllt.

 

Wer war Anton Schiestl?

Der Initiator der neuen Gedenktafel, der Bozner Jurist Dr. Christoph von Ach, moderierte die gesamte Gedenkfeier.
UT24 hat ihn interviewt.

UT24: Herr von Ach, wer war Anton Schiestl?
Christoph von Ach: Anton Schiestl war der Gründer des Bozner Turnvereins und der Freiwilligen Feuerwehr Bozen. Er kann somit als Gründer und Ahnherr der Bozner Zivilgesellschaft gelten, denn er war der Erste, der einen Verein auf freiwilliger und demokratischer Basis gegründet hat.

UT24: Welche Bedeutung hat Anton Schiestl heute?
C. v. Ach: Anton Schiestl kann uns durch seinen persönlichen Einsatz und durch seine Beharrlichkeit als Vorbild gelten: er hat in einer Zeit, in der ein liberales und demokratisches Bewusstsein noch nicht stark ausgeprägt, ein freies Vereinswesen in Bozen geschaffen.

UT24: Die ursprüngliche Schiestl-Tafel wurde im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs zerstört. Es hat sieben Jahrzehnte gedauert, bis die Tafel wieder angebracht werden konnte. Warum so lange?
C. v. Ach: Es gab schon seit Ende der 70er Jahre Versuche, diesen Brunnen wieder aufzubauen. Das ist auch geglückt, 1984 hat man den Brunnen wieder errichtet. Leider nicht im Original, man hat einfach improvisiert. Die Gedenktafel selber wurde allerdings nicht mehr angebracht. Da gab es zwar Bemühungen, diese sind aber immer wieder an den unglaublichen Bozner Zuständen gescheitert, unter anderem 1989, als der Bozner Stadt- und Gemeinderat aufgelöst wurden und es zu Neuwahlen kam.

UT24: Was sagen Sie zur heutigen Einweihung?
C. v. Ach: Es ist ein großer und schöner Erfolg, dass diesem großen, wirklich großen, Bürger unserer Stadt gedacht wird. Es ist wohl auch ein Zeichen der Entspannung, denn heute kann Schiestl mit gutem Recht als Vorbild für die Bozner aller drei Volksgruppen gelten. Das ist sehr wichtig. Es ist schön, dass nach langem Zögern die Bozner Stadtverwaltung dies eingesehen hat.

Lesen Sie auch: Ein Denkmal für den „Vater der Zivilgesellschaft“ in Bozen

 

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