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  • Südtirols Sportler bald unter eigener Fahne?

    Nach dem blamablen Qualifikations-Aus für die WM-Endrunde 2018 in Russland, dem Rücktritt von Teamcoach Ventura und dem Verbandschef Tavecchio liegt Italiens sportliches Aushängeschild Fußball am Boden zerstört. Ein hoher Funktionär des Fußballverbandes meinte wörtlich: „Jetzt brauchen wir ein revolutionäres und innovatives Konzept“. Der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Bernhard Zimmerhofer, fordert nun auch für Südtirol die Ausarbeitung eines solchen Konzepts, „damit im Sport ein unabhängiger Weg eingeschlagen werden kann“.

    Für viele Südtiroler ein unangenehmer Anblick: Carolina Kostner mit der Trikolore - Foto: Facebook/Kostner

    Die Süd-Tiroler Freiheit fordert bereits seit einigen Jahren, Südtirols Sportler in den Landesdienst aufzunehmen. Einen zusätzlichen Ansporn für diese Forderung würde laut Zimmerhofer der Medaillengewinn von Südtirols Sportlern bieten. Dadurch würde sich offensichtlich zeigen, dass die Südtiroler Sportler wesentlich zu Medaillenspiegel Italiens beitragen.

    Auch in der Antwort der Südtiroler Landesregierung auf eine Landtagsanfrage der Süd-Tiroler Freiheit über den Anteil Südtirols am Medaillenspiegel Italiens heißt es:

    Bei den Olympischen Sommerspielen haben Südtirols Athleten bisher 13 Medaillen gewonnen, was 2,4 % des gesamten Medaillenspiegels Italiens ausmacht, jedoch bei den Olympischen Winterspielen sind es 39 Medaillen, was 34,2 % des gesamten Medaillenspiegels Italiens ausmacht.

    Für Zimmerhofer seien dies hervorragende Daten: „Wenn man bedenkt, dass der Bevölkerungsanteil Südtirols in Italien gerade mal 0,83 Prozent ausmacht, und wenn man das Verhältnis der Anzahl der Spitzensportler pro Einwohner betrachtet, stellen wir fest, dass Südtirol im internationalen Vergleich im Spitzenfeld liegt. Besonders erfreulich sind die Ergebnisse im Wintersport, wobei einzelne Sportarten wie z. B. der Rodelsport oder Eisstocksport zur Gänze in Südtiroler Hand sind. Ein Dank für ihren hervorragenden Einsatz gilt daher allen Sportlern, Trainern, Funktionären, Sponsoren und nicht zuletzt den vielen tausenden freiwilligen Helfern, die mit ihren Erfolgen unseren Tiroler Landesteil in der ganzen Welt in einem positiven Licht erstrahlen lassen“.

    Keine Provokationen mehr

    Südtirol hätte nach Ansicht des Landtagsabgeordneten also insgesamt die notwendigen Infrastrukturen, die notwendige Kompetenz zur Ausrichtung von Sportereignissen, die notwendigen Trainer, Funktionäre, Sponsoren und freiwilligen Helfer, die erfolgreichen Sportler und nicht zuletzt das sportbegeisterte Publikum.

    „Ein nicht zu unterschätzender Nebeneffekt mit eigenständigen Südtiroler Sportverbänden wäre, dass die ständigen Provokationen und die regelmäßige Spaltung der Bevölkerung bei Sportveranstaltungen Italien gegen Österreich oder Deutschland endlich der Vergangenheit angehören würden“, argumentiert Zimmerhofer.

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