Archive for date: November 10th, 2017

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Autofahrer rast in Menschenmenge

Eine 23-jährige Studentin aus China habe schwere Verletzungen erlitten, zwei weitere Studenten seien leichter verletzt worden, erklärte die Polizei weiter. In ersten Angaben der Polizei war von zwei Schwerverletzten die Rede gewesen.

Der Fahrer wurde laut Polizei kurz nach der Tat festgenommen. Er habe auf die Beamten gewartet. Zu seinen möglichen Motiven machte die Polizei zunächst keine Angaben. Es würden mögliche psychische Vorerkrankungen geprüft, hieß es.

APA

Symbolfoto: flickr.com/ Michelle Kinsey Bruns/cc

Sex-Attacke: Junge im Zug belästigt

Der Unbekannte fasste dem 15-Jährigen auf den Oberschenkel und wollte ihm übers Gesicht streicheln. Der Jugendliche stand daraufhin auf und setzte sich auf einen anderen Sitzplatz. Die Polizei konnte den Mann noch nicht ausfindig machen.

Er ist ca. 60-65 Jahre alt, 1,80 Meter groß und trägt eine Glatze. Er war mit brauner Jacke und blauen Jeans bekleidet. Er hatte auffallend gelbe Zähne und roch stark nach Alkohol. Der Mann sprach Tiroler Dialekt und trug eine dunkle Sonnenbrille mit Holzfassung.

Foto: Süd-Tiroler Freiheit

„Herzensangelegenheit Südtirol“

Ein Kommentar von Reinhard Olt

Die unlängst an der „Unrechtsgrenze“ zwischen Österreich und Italien abgehaltene Brenner-Kundgebung, die das seit bald hundert Jahren unerfüllt gebliebene Selbstbestimmungsverlangen der Tiroler aus Aktualitätsbezug mit der Unterstützung des Unabhängigkeits- und Eigenstaatlichkeitsbegehrs der Katalanen verband, stand just im Zeichen der seit einigen Jahren von Südtirolern geforderten und bislang mit allerlei Ausflüchten vom offiziellen Wien abgelehnten Forderung nach Erteilung der österreichischen Staatsbürgerschaft. Der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Werner Neubauer, Südtirol-Sprecher seiner Partei, ergriff dort das Wort, unterstrich „die große Bedeutung der doppelten Staatsbürgerschaft für die Südtiroler“ und nannte die wünschenswerte Erteilung einen „volkstumspolitischen Meilenstein in der Geschichte des Landes“.

Die Koalitionsverhandlungen

Neubauer ist nicht der einzige Freiheitliche, der in dieser Angelegenheit das Wort führt(e). Auch der nach einer Phase erzwungener Abwesenheit aus dem österreichischen Parlament wieder dort einziehende Abgeordnete Martin Graf und andere volkstumspolitisch engagierte Mandatsträger setz(t)en sich vehement dafür ein. Da die FPÖ als einzige Partei diesen Wunsch, seit er von Südtiroler Seite aufkam, konsequent unterstützte, richten sich im Rahmen der Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP die Augen derer, die ihn hegen, naturgemäß umso mehr darauf, als tatsächlich erstmals die Chance zum Greifen nahe zu sein scheint. Sofern sie nicht anderen, für die jeweils klientelistisch interessegeleiteten Verhandlungspartner „wichtigeren“ Sachthemen, über die Volkspartei und Freiheitliche nach Übereinkünften suchen, sozusagen „zum Opfer fallen“.

Alle bisherigen Anläufe vereitelt

Ruft man sich ins Gedächtnis, was sich in der Doppelstaatsbürgerschaftsfrage ereignete, seit sie gestellt worden ist, und wer sich im politischen Geviert Bozen – Innsbruck – Wien – Rom seitdem wie verhielt, so ist ob der „Durchschlagskraft“ Neubauers und seiner Mitstreiter selbst unter positiver Gestimmtheit beim Herangehen und der Standfestigkeit williger Proponenten eine gehörige Portion Skepsis hinsichtlich deren Erfolgsaussicht angebracht. Denn wenngleich sie seit der Machtübernahme des politisch hochtalentierten Studienabbrechers Sebastian Kurz als „Die neue Volkspartei“ daherkommt, hat just die ÖVP, mit der die FPÖ die Doppelstaatsbürgerschaftsfrage im Rahmen des Verhandlungskomplexes „Staat und Gesellschaft“ – mit den (Untergruppen-)Materien Medien, Justiz, Sport, Kunst und Kultur, Verwaltungsreform und Verfassung, Europa- und Außenpolitik, Integration – erörtern muss, auf maßgebliche Weise alle bisherigen, d.h. seit 2009 stattgehabten Anläufe vereitelt. Dem schloss sich die seit 1945 zwischen Brenner und Salurner Klaus Regierungsverantwortung tragende Südtiroler Volkspartei (SVP) – namentlich unter ihrer jetzigen, eher italo- denn austrophilen Führung – an und scheint, wie in manchen anderen politischen Fragen, bequemerweise und um das für sie nutzbringende Arrangement mit Rom nicht zu gefährden, diese Haltung beizubehalten.

Die Initiatoren

Dabei waren es der vormalige SVP-Obmann Siegfried Brugger, ehedem Abgeordneter in der römischen Kammer, sowie sein Parteifreund und Abgeordnetenkollege Karl Zeller – beide Juristen und Anwälte – , die im Dezember 2009 im Einklang mit den im Landhaus/Landtag zu Bozen vertretenen deutschtiroler Oppositionsparteien sowie den österreich-patriotischen Kräften (namentlich Schützenbund und Heimatbund) den Wunsch in die Öffentlichkeit trugen und in Wien deponierten. Begründung: Juristisch sei dies über eine Ausnahmeregelung im österreichischen Staatsbürgerschaftsrecht ohne weiteres möglich; und auch Italien ermögliche ethnischen Italienern überall auf der Welt die Doppelstaatsbürgerschaft, ja behalte diesen „Auslandsitalienern“ in Kammer und Senat sogar 18 Sitze vor. Das 2006 im Blick auf die ethnischen Italiener in Istrien, Fiume und Dalmatien noch einmal novellierte italienische Staatsbürgerschaftsgesetz von 1992 erlaube italienischen Staatsbürgern ausdrücklich den Erwerb einer zweiten Staatsbürgerschaft, ohne dass sie die italienische abgeben müssten – was folgerichtigerweise auch für die Südtiroler gelte.

Umfaller

Aus berufenem Munde war zu erfahren, dass Brugger vom ÖVP-Granden und gebürtigen Südtiroler Andreas Khol, mit dem er seinerzeit die Angelegenheit besprach, zunächst „in geradezu euphorischer Weise“ Zustimmung sowie dessen Unterstützungszusage erhielt. Doch wenige Tage später hatte sich Khol dem Vernehmen nach vom „unbedingten Befürworter“ zum Gegner verwandelt, wie aus seiner in der Südtiroler Tageszeitung Dolomiten am 16. Januar 2010 publizierten Stellungnahme hervorging: Eine Doppelstaatsbürgerschaft würde Italien provozieren, dem Pariser Abkommen von 1946 zuwiderlaufen und sich nachgerade als „gefährlich“ erweisen. Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter hatte schon zu Weihnachten 2009 den „Dolomiten“ gegenüber das Südtiroler Verlangen, welches selbstredend auch sein Bozner Pendant Luis Durnwalder damals unterstützte, als „Vorwand für eine neuerliche Diskussion um die Verschiebung der Staatsgrenzen“ qualifiziert und hinzugefügt, derlei zeuge „von Verantwortungslosigkeit und mangelndem Geschichtsbewusstsein.“

Bremser

Nicht zuletzt brachte der damalige Bundesparteiobmann, Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger seine Haltung zum Ausdruck. Besagter FPÖ-
Nationalratsabgeordneter Neubauer gab den Inhalt eines Gespräches mit ihm über die Staatsbürgerschaftsfrage wie folgt wieder: „Spindelegger erklärte mir unverblümt, dass es für ihn nicht infrage komme, Italien zu verärgern (….) und er nicht im Entferntesten daran denke, diesem Wunsch der Südtiroler zu entsprechen.“ Und in einem am 12. Februar 2010 erschienenen Dolomiten-Interview befand Spindelegger, man dürfe „keine falschen Hoffnungen wecken“; von einer Unterschriftenaktion für die doppelte Staatsbürgerschaft, wie sie eine überparteiliche Initiative unter Führung der im Bozner Landhaus/Landtag vertretenen Partei „Süd-Tiroler Freiheit“ (STF) organisierte, riet er ab, weil diese eher „zu Irritationen führen“ könne.

„Keine verfassungsrechtlichen Bedenken“

Bald darauf übergaben die Südtiroler Landtagsabgeordneten Eva Klotz und Sven Knoll (beide STF) im Nationalrat zu Wien 22.500 Unterstützungsunterschriften an die Abgeordneten Neubauer (FPÖ), Herrmann Gahr (ÖVP), Gerhard Huber (BZÖ) und Alexander van der Bellen (Grüne). Die Unterschriften waren trotz politischer wie medialer Kontrapunktion zusammengekommen; sie stellten daher keine vernachlässigbare Größe dar. Dies umso mehr, als das Bundeskanzleramt die Initiatoren der Unterschriftensammlung mit Schreiben vom 28. April 2011 wissen ließ, dass gegen eine Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler „keine allgemein verfassungsrechtlichen Bedenken“ bestünden. Und Ende Mai 2011 stellte der Innsbrucker Verfassungsrechtler Walter Obwexer ein fundiertes Gutachten zum Thema vor, das zu erstellen ihn just die SVP beauftragt hatte. Obwexer kam darin zu dem Schluss, dass „der Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft durch Südtiroler grundsätzlich möglich“ sei. Und wider alle Unkenrufe von Vorsichtlern und Rücksichtlern vornehmlich aus der ÖVP stellte er fest, dass dies auf relativ einfache Weise realisierbar sei: Weder völkerrechtlich, noch auf EU-Ebene gebe es rechtliche Hindernisse.

Enttäuschende Entscheidung

Schließlich sprach sich der Südtiroler Landtag am 9. März 2012 mit großer Mehrheit für die Doppelstaatsbürgerschaft aus. Als Verfassungs- und Völkerrechtsexperten sodann in einer Anhörung vor dem Südtirol-Unterausschuss (des Außenpolitischen Ausschusses) des Nationalrats übereinstimmend dargelegt hatten, dass der Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler rechtlich keine Hürden entgegenstünden, stellte Karl Zeller, der einst zusammen mit SVP-Obmann Brugger den Vorstoß unternommen hatte, zurecht fest: „Jetzt ist es nurmehr eine politische Entscheidung, ob den Südtirolern der Doppelpass ermöglicht wird oder nicht“. Die Entscheidung ließ nicht allzulange auf sich warten und enttäuschte alle, die sich in der Causa engagiert hatten. Am 5. Juli 2013 legte nämlich der von Außenminister – formell: „Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten“ – Spindelegger vorgelegte „Bericht an den Nationalrat“ in aller Deutlichkeit offen, dass die österreichische Bundesregierung eine Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler nicht wünschte. Entgegen den aus dem Südtirol-Unterausschuss bekannten Einlassungen der Rechtsexperten (und zeitgeistfromm politisch-korrekt mit genderisierendem Binnen-I versehen) hieß es darin: „Die Einführung eines vereinfachten Erwerbs der österreichischen Staatsbürgerschaft für SüdtirolerInnen“ sei mit „völkerrechtlichen und verfassungsrechtlichen Hürden verbunden“. Woraufhin die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP im Verein mit den Grünen den FPÖ-Antrag abschmetterten, den Südtirolern die österreichische Staatsbürgerschaft einfachgesetzlich mittels geringfügiger Korrektur – nämlich Einfügens eines einzigen Absatzes – des geltenden Staatsbürgerschaftsgesetz zu ermöglichen. Zutreffenderweise ließ FPÖ-Südtirolsprecher Neubauer dazu verlauten: „Die Bundesregierung hat sich damit gemeinsam mit den Grünen geweigert, unseren Landsleuten südlich des Brenners diesen Herzenswunsch zu erfüllen.“

Rückzug

Auch der neuerliche Anlauf der FPÖ im Nationalrat zwei Jahre später endete wie der erste: SPÖ, ÖVP und Grüne lehnten wiederum ab. Mittlerweile rückte auch die unter neuer Führung stehende SVP von der ursprünglichen Zielsetzung ab. Als wenig verwunderlich erscheint dabei der juvenile politische Gleichklang zwischen dem (mittlerweile zum neuen ÖVP-Bundesobmann avancierten) Außenminister Sebastian Kurz und dem mit ihm befreundeten Südtiroler Politjungstar Philipp Achammer, seinem Pendant von der „Schwesterpartei“ SVP. Der das Trio komplettierende Arno Kompatscher hatte bereits vor der Landtagswahl 2013, zu der er als Kandidat für die Nachfolge des scheidenden Landeshauptmanns Durnwalders antrat, in einem gemeinsamen Auftritt mit dem ÖVP-Südtirolsprecher Gahr das Abrücken der SVP vom Staatsbürgerschaftsverlangen mit der Formulierung verbrämt, er nehme „wenig Begeisterung in der Südtiroler Bevölkerung für den Doppelpass“ wahr und „zur Kenntnis, dass auch in Österreich die Voraussetzungen dafür politisch nicht gegeben“ seien.

Reservation

An dieser ÖVP-SVP- Positionierung hat sich bis zur Stunde nichts Wesentliches geändert, sondern sie hat sich geradezu stereotyp verfestigt. Sozusagen in vorauseilendem Gehorsam gegenüber der maßgeblich aus dem ÖVP-geführten Außenministerium bestimmten regierungsamtlichen Wiener Linie machte Kompatscher – schon vor einem formellen Besuch Anfang 2015 bei Ressortchef Kurz – „noch viel Klärungsbedarf“ aus: „Es besteht die Gefahr, dass uns die Debatte mehr schaden könnte, als sie uns Nutzen bringt. (…) Wir wissen, dass sich in Wien und Tirol die Begeisterung in Grenzen hält, weil viele Fragen der praktischen Anwendung unklar sind“. Auch Kurz blieb reserviert: „Dass das ein emotionaler Wunsch der Südtiroler ist, verstehen wir selbstverständlich, aber es gibt in Österreich andere rechtliche Gegebenheiten”; man wolle „Doppelstaatsbürgerschaften vermeiden“.

Entkräftete Vorbehalte

Seit 2010 hat die österreichische Regierung Südtiroler Doppelstaatsbürgerschaftswünschen stets mit der Begründung, es sei zuvor eine „intensive juristische Prüfung“ notwendig, nicht entsprochen. Dabei sind die Rechtsfragen längst fundiert beantwortet: Weder müsste die österreichische Verfassung geändert werden, noch müsste Wien völkerrechtliche Verträge kündigen; stattdessen würde eine einfache Änderung des österreichischen Staatsbürgerschaftsgesetzes ausreichen. Überdies erlaubt das „Europäische Übereinkommen über die Staatsangehörigkeit“ vom 6. 11.1997 nicht nur die Doppel-, sondern sogar die Mehrstaatsbürgerschaft. Gründe, die als entgegenstehend angeführt werden – beispielsweise, dass Doppelstaatsbürgerschaft Auswirkungen auf Steuern und Pensionen/Renten hätte – sind nicht stichhaltig: Steuern sind unabhängig davon zu entrichten und Pensionen unabhängig davon auszuzahlen, wo die steuerpflichtige respektive pensions- bzw. rentenberechtigte Person ihren gewöhnlichen Aufenthalt (= Wohnsitz) hat. Entgegen anderslautenden Begründungen wären Südtiroler Doppelstaatsbürger gegenüber Südtirolern mit Einfachstaatsbürgerschaft keinesfalls bessergestellt; denn Rechte und Pflichten, welche aufgrund der italienischen Rechtsordnung sowie der in der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol geltenden Autonomiebestimmungen gelten, sind ja nicht davon abhängig, ob jemand (auch) die österreichische Staatsbürgerschaft innehat.

Interessen und…

In politischen Sonntagsreden heißt es meist, Südtirol sei eine „österreichische Herzensangelegenheit“. Die Doppelstaatsbürgerschaft ist der Wunsch vieler Südtiroler deutscher und/oder ladinischer (ja vielleicht sogar einiger italienischer) Zunge, aber vaterländisch-österreichischer Gesinnung. Dennoch wurde nämlichem Wunsch in Wien nicht entsprochen. Die bisherigen Regierungen und die sie tragenden Parteien SPÖ und ÖVP haben sich (nicht allein) in der Doppelstaatsbürgerschaftsfrage als Zauderer erwiesen. Man wird auch kaum fehlgehen, ihr und beiden Parteien (ebenso wie der SVP in Bozen) zu unterstellen, das Verhältnis zu Rom gegenüber der aus dem jahrzehntelangen Südtirol-Konflikt erwachsenen Schutz(macht)pflicht für die Tiroler unterm Brenner als vor-, wenn nicht erstrangig zu erachten. Ein solches Verhalten untergräbt Identität und Österreich-Orientierung der Südtiroler und spielt dem von Italien seit der Annexion im November 1918 verfolgten Plan in die Hände, die Südtiroler – trotz vielgepriesener (aber immer wieder von römischer Aushöhlung geschwächter) Autonomie – zu entnationalisieren, zu assimilieren und damit die seit dem Mussolini- Faschismus erstrebte „ewige Italianità“ des seit 1200 Jahren dem deutsch-österreichischen Kulturraum zugehörigen Landstrichs zu erlangen.

…Glaubwürdigkeit

Die grundsätzliche Frage, welche Interessen für Wien wichtiger sind, die der Südtiroler oder jene der römischen Politik, stellt sich daher auch – und nunmehr vor allem – der künftigen österreichischen Bundesregierung. Beantworten müssen sie die beiden Koalitionspartner. Auf das Wie darf man gespannt sein. „Sollte die Freiheitliche Partei in Koalitionsverhandlungen kommen, dann wird in einer Regierungsvereinbarung die doppelte Staatsbürgerschaft drinnen sein müssen. Ansonsten wird es zu keiner Regierungsbeteiligung kommen!“ Es sind starke Worte, die der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Werner Neubauer, seines Zeichens Südtirol- Sprecher, auf der eingangs erwähnten, von patriotischen Kräften aus allen Teilen Tirols an der „Unrechtsgrenze“ abgehaltenen Brenner-Kundgebung von sich gegeben hat. Es sind Worte von einer so verbindlichen Konditionalität, dass es einem enormen Gesichtsverlust für ihn und seine Gesinnungsgemeinschaft gleichkäme, blieben sie folgenlos. Eine derartige Conditio sine qua non nicht einzulösen, würde ein nicht zu unterschätzendes Glaubwürdigkeitsproblem bereiten. Es sei denn, man befolgte schulterzuckend die Maxime „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“.

APA (AFP)

Deutschland und Frankreich dringen auf rasche EU-Reform

Im Elsass wollten beide Präsidenten dann die erste gemeinsame Gedenkstätte zum Ersten Weltkrieg einweihen. Macron kündigte an, er werde mit Bundeskanzlerin Angela Merkel Details einer EU-Reform ausarbeiten, sobald die neue Regierungskoalition stehe. Es gehe um ein “neues europäisches Projekt”, bei dem Deutschland und Frankreich die Rolle eines “Motors” zukomme.

Steinmeier sagte dazu: “Wir wissen um die Aufgabe unserer beiden Länder, dieses Europa in eine hoffnungsvolle, in eine bessere Zukunft zu führen.” Die Globalisierung und die Attentate in Frankreich hätten zu “Verunsicherungen” bei den Bürgern geführt, die überwunden werden müssten.

Auch Macron sprach unter Verweis auf den Brexit von einer weit verbreiteten “Skepsis und Zurückweisung Europas”. “Wir dürfen nicht ängstlich sein, sondern müssen Vorschläge machen und handeln, um tiefgreifende Änderungen voranzutreiben”, betonte er.

Steinmeier lobte zudem die Europa-Rede Macrons an der Sorbonne-Universität von Ende September: “Ich bin mir sicher, dass dieser Schwung, der von der Sorbonne-Rede ausging, auch von einer neuen Bundesregierung aufgegriffen werden wird”, betonte der deutsche Bundespräsident.

In seiner Ansprache hatte Macron eine “Neugründung” der EU angeregt und seine Forderung nach einem eigenen Haushalt für die Eurozone sowie einem Finanzminister bekräftigt. In Deutschland stoßen in Teilen der Union sowie bei der FDP diese Vorschläge auf große Skepsis.

Am Freitagnachmittag wollten die beiden Präsidenten am elsässischen Berg Hartmannsweilerkopf südwestlich von Freiburg im Breisgau ein deutsch-französisches Museum und eine Gedenkstätte zum Ersten Weltkrieg einweihen. Macron betonte, es gehe um eine “gemeinsame Lesart unserer Geschichte”. Sie sei der “Sockel für eine gemeinsame Zukunft”.

Das sogenannte Historial ist das einzige gemeinsame Museum und Erinnerungszentrum beider Länder zum Ersten Weltkrieg. Die Ausstellung wurde von einem deutsch-französischen Wissenschaftsrat erarbeitet, den die Historiker Gerd Krumeich und Nicolas Offenstadt leiteten.

Der 956 Meter hohe Hartmannsweilerkopf im Süden der deutsch-französischen Grenzregion war im Ersten Weltkrieg Schauplatz blutiger Schlachten. Schätzungsweise 30.000 deutsche und französische Soldaten fielen in den Schützengräben dieser Bergkuppe in den Vogesen, die meisten zwischen Dezember 1914 und Jänner 1916.

Den Grundstein für das Museum und die Gedenkstätte hatten 2014 der damalige deutsche Bundespräsident Joachim Gauck und Frankreichs Präsident Francois Hollande gelegt. Anlass war damals der hundertste Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkriegs.

APA (dpa)

Alkohol und Nikotin: Diese Länder sündigen am meisten

Die Studie „Gesundheit auf einen Blick 2017“ analysiert die Rauch- und Trinkgewohnheiten der 35 OECD Mitgliedsländer und vergleicht sie miteinander. Österreich ist in den beiden Tabellen vorne mit dabei, schneidet ergo äußerst schlecht ab.

Trinken wie ein Bürstenbinder

12,3 Liter reiner Alkohol trinkt ein durchschnittlicher Österreicher pro Jahr. Ein Wert, der deutlich über dem erhobenen Durchschnitt von 9 Litern liegt. Nur in Litauen und Belgien wird mehr getrunken.

Die Top 6 in Sachen Alkoholkonsum

Litauen (15,2 Liter)
Belgien (12,6 Liter)
Österreich (12,3 Liter)
Frankreich (11,9 Liter)
Slowenien (11,5 Liter)

Rauchen wie ein Schlot

Auch beim Pro-Kopf-Nikotinkonsum liegt die Alpenrepublik im Spitzenfeld. Knapp ein Viertel der Bevölkerung raucht. Damit ist der Raucheranteil in Österreich – im Unterschied zu anderen Ländern – in den vergangenen Dekaden kaum zurückgegangen. Vor allem der Anteil der Jugendlichen Raucher sticht heraus: 14,5 Prozent der Jugendlichen raucht mindestens einmal pro Woche. Im Länderdurchschnitt sind das nur 11,7 Prozent.

Die Top 6-Raucherländer in der OECD

1. Indonesien (39,9 Prozent)
2. Türkei (27,3 Prozent)
3. Griechenland (27,3 Prozent)
4. Ungarn (25,8 Prozent)
5. China (24,7 Prozent)
6. Österreich (24,3 Prozent)

Foto: UT24/lf

Erpresserisches Gemeindegesetz?

„Der Gesetzestext spricht zwar von ‚loyaler Zusammenarbeit zwischen Land und Gemeinden‘, ist aber absolut diktatorisch ausgerichtet und steht im Widerspruch zur Gemeindeautonomie!“, bemängelt die Landtagsabgeordnete Myriam Atz Tammerle.

Einerseits würden die Gemeinden, unter Androhung von finanziellen Sanktionen bis hin zur Einsetzung eines Kommissärs, zur Zusammenlegung von Diensten und Befugnissen verpflichtet. Andererseits übertrage man den Gemeinden neue Befugnisse mit hohem Konfliktpotenzial, wie etwa über die Spielhallen und Tanzlokale, obwohl die Arbeit der Gemeinden ohnehin schon immer komplexer und aufwändiger geworden sei. Atz Tammerle brachte eine Reihe von Änderungsanträgen ein, die in all diesen Bereichen den Gemeinden Entscheidungsfreiheit überlassen hätten sollen, diese wurden nicht angenommen.

Grundsätzlich spreche, so Atz Tammerle, zwar nichts dagegen, Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten oder besonders in kleinen Gemeinden Bereiche wie den Bauhof zusammenzulegen, doch sollte dies laut Atz Tammerle den Bedürfnissen der Gemeinden entsprechen und sie sollten selbst darüber entscheiden dürfen. Und dies könne nur gelingen, indem das Land ihnen Anreize biete und sie nicht, wie im Gesetz vorgesehen, dazu zwinge.

„Alles in allem handelt es sich um erpresserische Methoden seitens des Landes!“, resümiert Tammerle und fragt: „Wo bleibt da die Berücksichtigung der Autonomie der Gemeinden?“

Foto: UT24/lf

Freiheitliche: „Disagio“ als Wahlkampf-Kalkül

„Manche Parteien wollen leider nicht konstruktiv arbeiten“, lautet das Fazit von Tamara Oberhofer, die sich verärgert über die Reaktionen der italienischen Parteien sowie der Grünen im Landtag zeigt. Es sei ihre Absicht gewesen, durch gründliche Vorbereitung in Absprache mit dem zuständigen Landesrat sowie durch eine umfassende Überprüfung der Machbarkeit ihres Beschlussantrages, einen „Disagio“ oder Ähnliches zu vermeiden.

Trotzdem sei es sofort zur einer Trotzreaktion gekommen: „Eines ist klar, Schuld an dieser Diskussion sind die politischen Kräfte PD, Alto Adige nel Cuore und die Grünen. Sie stiften ganz klar Unfrieden. Dass die Angst vor dem politischen Mitbewerber, entweder innerhalb der eigenen Sprachgruppe oder in ideologischer Hinsicht groß ist, ist verständlich, denn der Wahlkampf hat längst begonnen. Wenn der Rundumschlag jedoch auf Kosten der Kinder und Jugendlichen geht, dann sollte man sich ernsthafte Gedanken machen.“ Laut Oberhofer würden die Parteien bewusst mit „theatralisch aufgeführten Politik“ unter der italienischen Bevölkerung Ängste schüren und Unsicherheit stiften – ein Zeichen dafür, dass der Wahlkampf schon begonnen hat.

Palermos „Wunschdenken“ vs. Realität

Besonders stört sich Oberhofer an der Reaktion von Senator Francesco Palermo: „Wenn Senator Palermo der Meinung ist, dass er sich das Recht herausnehmen darf, zu beurteilen, was der Südtiroler Landtag genehmigen darf oder nicht, dann ist diese Haltung nicht hinnehmbar. Es liegt auf der Hand, dass er keine Klarheit über die Sprachrealität an Südtirols Bildungseinrichtungen haben will, weil seine Absichten in Richtung mehrsprachige Schulen und eines multikulturellen Südtirols, ganz nach dem Wunschdenken des PD, sich nicht widerstandslos durchsetzen lassen.“

APA (AFP)

Papst verurteilt Atomwaffen und “Logik der Abschreckung”

“Internationale Beziehungen können nicht von der Militärkraft, von gegenseitigen Drohungen beherrscht werden”, betonte der Heilige Vater. Massenvernichtungswaffen und vor allem Atomwaffen würden ein falsches Sicherheitsgefühl generieren. “Sie können nicht die Grundlage des friedlichen Zusammenlebens der menschlichen Familie darstellen, die sich an einer Solidarität der Ethik inspirieren muss”, so der Papst in seiner Ansprache.

Franziskus hob die Bedeutung der Zeugnisse der sogenannten Hibakusha, jener Personen, die die Atombomben-Explosionen in Hiroshima und Nagasaki überlebt haben, hervor. Ihre Stimme sei eine Mahnung, vor allem für die neuen Generationen. Die Wissenschaft müsse im Dienst des Menschen stehen.

Der Papst sprach von “komplexen politischen Herausforderungen im aktuellen internationalen Szenario” und von “einem instabilen Klima der Konfliktbereitschaft”. Er meinte damit die gespannten Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea.

“Ein dumpfer Pessimismus könnte uns dazu verleiten, die Aussichten auf eine Welt ohne Atomwaffen und für eine völlige Abrüstung für immer weiter entfernt zu halten. Es ist auch wirklich Tatsache, dass die Spirale des Aufrüstens keine Pause kennt und dass die Kosten für eine Modernisierung und Entwicklung der Waffen – nicht nur der Atomwaffen – einen hohen Ausgabeposten für die Nationen bedeuten. Das geht so weit, dass sie die wirklichen Prioritäten der leidenden Menschheit hintanstellen müssen: Ich meine den Kampf gegen Armut, die Förderung von Frieden, Bildungs-, Umwelt- und Gesundheitsvorhaben und die Weiterentwicklung der Menschenrechte”, sagte das katholische Kirchenoberhaupt.

Das Treffen im Vatikan ist das erste zu dem Thema seit der Unterzeichnung eines Abkommens für ein Atomwaffenverbot, das 122 Staaten Anfang Juli in New York unterzeichnet haben. An dem Symposium nehmen nach Vatikanangaben elf Friedensnobelpreisträger, Spitzenvertreter der Vereinten Nationen und der NATO, Diplomaten aus Russland, den USA, Südkorea und dem Iran teil.

Eröffnet wurde die Konferenz, an der auch Vertreter mehrerer Bischofskonferenzen teilnehmen, von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Finanziell unterstützt wird die Konferenz unter anderem von der Deutschen und der Japanischen Bischofskonferenz sowie der italienischen Vatikanbotschaft. Zudem sind an der Organisation Universitäten in den USA und Italien sowie Friedensforschungsinstitute beteiligt.

Foto: Süd-Tiroler Freiheit

„Keine Unrechtsgrenze hält ewig“

„Während andere Völker und Regionen ihre Freiheit längst wiedererlangt haben, ist Tirol eines der letzten noch immer geteilten Länder im Herzen Europas. Südtirol ist jedoch auch nach 99 Jahren der Fremdbestimmung noch immer kein Teil von Italien geworden“, schreibt die Bewegung.

Immer mehr Südtiroler würden sich heute ganz selbstbewusst auszusprechen trauen, dass sie keine Italiener sind und auch nicht zu Italien gehören.

Es sei daher wichtig, so die Süd-Tiroler Freiheit, am 11. November an diesen Trauertag zu gedenken, noch viel wichtiger ist es aber, den Blick nach vorne zu richten und auf die Loslösung von Italien hinzuarbeiten.

„Die Geschichte zeigt, dass Unrechtsgrenzen nicht für die Ewigkeit gemacht sind. Auch die Teilung Tirols kann auf Dauer nicht aufrecht erhalten werden, wenn Tiroler nördlich und südlich des Brenners zusammenstehen und vor allem die Grenze in den Köpfen niederreißen. Jeder Schritt in Richtung Europa und jede neue Form der Zusammenarbeit in der Europaregion Tirol, ist ein weiterer Schritt weg von Italien“, schreibt die Bewegung.

Foto: Sanitätsbetrieb

Anästhesie und Intensivmedizin Meran erhält neuen Primar

Mit Matthias Bock erhalten die Patientinnen und Patienten des Meraner Krankenhauses einen Primararzt, der neben einer großen Erfahrung und vielen Fachausbildungen – z.B. im Bereich der Notfallmedizin oder als OP-Manager – vor allem auf die Minimierung des Risikos und Kostenbewusstsein setzt. Patientensicherheit und ständiges Lernen und Ausbilden, wie man in Notfällen korrekt reagiert, sind für den Facharzt für Anästhesiologie essenziell. Nicht umsonst gehörte er auch zu den Promotoren der Notfallsimulationen an der Fachhochschule Claudiana, ein Modell, das aus der Luftfahrt kommt und dort bereits seit Jahren verwurzelt ist.

Sein großes Wissen stellt er auch in den Dienst der Studenten: Seit 2009 ist der Neo-Primar an der Paracelsus-Universität in Salzburg habilitiert und hält dort regelmäßig Vorlesungen zum Fachbereich Anästhesiologie. Die Ernennung als Primararzt wird von Generaldirektor Thomas Schael vorgenommen. Dieser ist überzeugt von den klinischen, menschlichen und organisatorischen Fähigkeiten Bocks, zudem machen ihn seine Kenntnisse des deutschen und italienischen Kulturraums und die Erfahrung in den beiden größten Krankenhäusern von Südtirol zu einem guten Netzwerker. Bezirksdirektorin Irene Pechlaner freut sich ebenfalls darüber, dass diese zentrale und strategische Stelle des Anästhesie- und Intensivmedizin-Dienstes mit einem ausgewiesenen und habilitierten Fachmann besetzt werden konnte.

Der neue Primararzt hat in Südtirol schon seit langem Wurzeln geschlagen: Verheiratet mit einer Südtirolerin, lebt der dreifache Familienvater in Meran und liebt es besonders, zu fotografieren und in der Natur zu sein – und Zeit für die Familie zu haben.

Bild: UT24

Martinsumzüge in Gefahr

In der Kalterer Fraktion Josef am See, in der Terlaner Fraktion Siebeneich und in Blumau wird es heuer aber kein Martinsumzug geben, berichtet das Tagblatt Dolomiten. Stattdessen werden Kinder mit ihren bunten Laternen an einem „Laternenfest“ oder „Lichterfest“ teilnehmen.

Für Ulli Mair von den Freiheitlichen geschehe die Umbenennung des Festes aufgrund „falscher und gutmenschlicher“ Toleranz gegenüber den neuen Mitbürgern. Diese könnten mit christlichen Bräuchen nichts anfangen.

„Mit der Umbenennung der St. Martinsumzüge in Lichterfeste oder Sonne-Mond-und-Sterne-Feste wird ein beispielloser Kulturrelativismus betrieben, der den christlichen Kontext ausblendet und künstliche Allerweltfeste schafft. Der tiefere Sinn und die eigentliche Wertevermittlung gehen dadurch verloren und damit ein Stück Heimat“, sagt Mair.

Bildkomposition UT24

Baumgartner: Stinkefinger gegen Grün

Bereits am vergangenen Montag twitterte die Politikerin: „Wir betrinken uns mal auf dem Balkon vom noch-grünen Parlamentsklub. Ich war echt sehr gerne Abgeordnete.“ Am Mittwoch dann der bewusst provozierte Skandal: Maurer twittert ein Foto, auf dem sie in der rechten Hand ein Glas Sekt hält, mit der linken den Stinkefinger in die Kamera streckt. „To the haters with love“, kommentierte sie das Foto.

Auch der politikinteressierte Extremsportler Felix Baumgartner, der bekannt dafür ist, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, bekam Wind von der Geschichte. „Sei ein Mann: Wähl eine Frau“ war der Wahl-Slogan der Grünen. Leider ist jetzt keine mehr da. Ich wünsche Sigi Maurer und den GrünInnen trotzdem alles gute für ihre Zukunft. FELIX“, so die Reaktion des Stratosphären-Mannes.

Darunter postete Baumgartner ein Foto, indem er seine Haltung zu den Grünen unmissverständlich zum Ausdruck brigt: Unter dem Hashtag #metoo zeigt er den Mittelfinger.

APA

Genehmigung zur Strafverfolgung in “Facebook-Affäre” erteilt

Sowohl VP-Chef Sebastian Kurz als auch SP-Chef Christian Kern haben die Betreiber von im Wahlkampf verwendeten, verdeckten Facebook-Gruppen angezeigt. Die Betreiber der Seiten – Peter Puller, der Partner des früheren SP-Beraters Tal Silberstein, sowie ein früherer niederösterreichischer VP-Funktionär – wurden ausgeforscht. Wie die Staatsanwaltschaft Wien der APA bestätigt, haben sowohl Kern als auch Kurz grünes Licht für eine weitere Strafverfolgung gegeben.

Nötig war die Freigabe der Betroffenen Politiker deshalb, weil die infrage kommenden Delikte (“Üble Nachrede” und Beleidigung) “Ermächtigungsdelikte” sind, gegen die die Justiz nur mit Erlaubnis des jeweiligen Opfers vorgehen kann. Für die Betreiber der insgesamt drei Seiten gilt die Unschuldsvermutung.

Nicht ermittelt wird gegen den Sprecher von Außenminister Kurz, Gerald Fleischmann. Ihm wird von der SPÖ vorgeworfen, Puller für Informationen über den SP-Wahlkampf 100.000 Euro “Bestechungsgeld” geboten zu haben. Puller hatte nämlich behauptet, dass ihm Fleischmann bei einem Treffen im Sommer Geld für einen “Seitenwechsel” geboten habe. Fleischmann wies das zurück und gab an, Puller hätte geleugnet, für die SPÖ tätig zu sein, woraufhin man über mögliche PR-Aufträge gesprochen habe.

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) wird der Causa aber offenbar nicht nachgehen: Der SPÖ wurde nämlich schriftlich mitgeteilt, dass kein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Dem Justizministerium hat die WKStA trotzdem bereits einen Vorhabensbericht übermittelt – was darauf schließen lässt, dass die Behörde keinen “Anfangsverdacht” für ein Ermittlungsverfahren sieht. Außerdem wurde der “Weisungsrat” des Ministeriums mit der Causa befasst.

Für SP-Bundesgeschäftsführer Christoph Matznetter ist das Vorgehen der Justiz “mysteriös”, weil der Weisungsrat schon vor Einleitung von Ermittlungen befasst werde. In einer parlamentarischen Anfrage an Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) will die SPÖ nun wissen, welche Ermittlungsschritte die WKStA in der Causa durchführen durfte, ob es diesbezügliche schriftliche oder telefonische Kontakte mit dem Ministerium gab und warum ein Verfahren gegen einen engen Kurz-Mitarbeiter behindert werde. Immerhin stehe der Pressesprecher im öffentlichen Dienst und könne nicht ohne weiteres PR-Aufträge anbieten.

Strafrechts-Sektionschef Christian Pilnacek wollte die Causa auf APA-Anfrage nicht inhaltlich kommentieren, weil die betroffenen Personen vom Vorhabensbericht der Staatsanwaltschaft noch nicht informiert worden seien. Grundsätzlich betonte er aber, dass ein derartiger Vorhabensbericht auch bedeuten könnte, dass die Staatsanwaltschaft keinen strafrechtlichen Tatbestand erfüllt sieht und daher kein Ermittlungsverfahren einleitet.

Außerdem betonte Pilnacek, dass der von der SPÖ ins Treffen geführte Vorwurf der Betriebsspionage (“Auskundschaftung eines Geschäfts- oder Betriebsgeheimnisses”) ein “Privatanklagedelikt” sei, das die Staatsanwaltschaft nicht von sich aus verfolgen könne. Hier müsste die SPÖ also selbst tätig werden. Sehr wohl von der Staatsanwaltschaft verfolgt werden könnte dagegen der Vorwurf der “Bestechung von Bediensteten” (§309 StGB). Diese Bestimmung stellt allerdings explizit auf Bedienstete von Unternehmen ab und nicht auf Mitarbeiter politischer Parteien.

Bildschirmfoto: Facebook/Outdoorfielder

Hirsch in Baum gefangen – VIDEO

Die beiden Männer hatten das verunglückte Tier auf ihrem nächtlichen Streifzug durch den Wald entdeckt, die Not dessen sofort erkannt und reagiert. Mithilfe einer Kettensäge sägten sie an dem Baustamm und knickten ihn um.

Der Hirsch, der den den Moment seiner Befreiung kaum erwarten konnte, versuchte mit aller Kraft seinen Kopf aus dem Baum zu lösen. Kaum losgelöst, suchte das verwirrte Tier im nahegelegenen Wald das Weite.

Wie lange sich das Wildtier in dieser misslichen Lage befunden und gelitten hat, bleibt offen.

Symbolbild: Flickr/Jorbasa Fotografie/cc

Skurriler Einsatz wegen Ruhestörung

Am Donnerstagabend, gegen 17.10 ging ein Anruf ein, mit dem sich Anwohner über die viel zu laute Musikanlage in einer Nachbarschaftswohnung aufregten und um das Einschreiten einer Polizeistreife baten.

Vor dem Haus aus dem die laute Musik dröhnte angekommen, trafen die Beamten auf den Wohnungsinhaber, der gerade heimgekommen war. Gemeinsam gingen die Polizisten und die Eigentümer ins Haus, um nach der Ursache des Lärms zu suchen.

Schnell war klar, wer der Übeltäter ist. Schuld an der lauten Musik war die Katze. Sie war der Polizei zufolge allein in der Unterkunft zurückgeblieben und hatte den Lautstärkeregler an der Fernbedienung offenbar versehentlich verstellt. Selbst erschrocken, fand diese nun auch nicht gleich den richtigen Knopf um den Lärm wieder abzustellen.

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Nationalpark Stilfserjoch: Rotwildentnahmen gestartet

ie Rothirschdichte in den Gebieten des Nationalparks Stilfserjoch ist trotz der bisherigen Entnahmen hoch. Daher wurde von einer Experten-Kommission ein 5-Jahres-Plan (2017– 2021) zum Schutz und zum Management des Rothirschs im Südtiroler Anteil des Nationalparks Stilfserjoch erarbeitet. “Ziel des 5-Jahres-Plans ist es, die Reduktion der Rothirsch-Population zu erreichen und damit das aus den Fugen geratene ökologische Gleichgewicht wieder herzustellen und Schäden in der Land- und Forstwirtschaft vorzubeugen”, erklärt Hanspeter Gunsch, Direktor des Landesamtes für den Nationalpark Stilfserjoch.

Das Rothirschprogramm 2017-2021 wurde vom Gesamtstaatlichen Institut für Umweltschutz und Umweltforschung ISPRA (Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca ambientale) begutachtet und für die Entnahmeperiode 2017/2018 mit Auflagen gutgeheißen. Nach der Genehmigung durch die Landesregierung am 31. Oktober wurde der 5-Jahres-Plan zum Schutz und zum Management des Rothirsches am Dienstag dieser Woche (7. November) im Amtsblatt der Region veröffentlicht. Am darauffolgenden Tag haben die diesjährigen Rothirschentnahmen begonnen, die bis 20. Dezember möglich sind.

Die Organisation und Koordination der Entnahmeaktion liegt beim Landesamt für den Nationalpark Stilfserjoch in Zusammenarbeit mit eigens dafür geschulten Entnahmespezialisten. “Das Rothirschprogramm ermöglicht eine geregelte Entnahme. Das hat mit herkömmlicher Jagd nichts zu tun, es handelt sich um Maßnahmen zur Verringerung der Population. Wichtig ist uns zudem, die Kontinuität in der Handhabung des Wildmanagements zu gewährleisten”, betont Landesrat Richard Theiner, in dessen Zuständigkeit der Nationalpark Stilfserjoch fällt. Nach der ersten Entnahmeperiode 2017/18 werde diese evaluiert und eventuelle Anpassungen vorgenommen.

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In Tirol gesuchter Serieneinbrecher in Wien geschnappt

Die Tiroler Polizei fahndete mit einem Foto nach dem Mann, der zahlreiche Einbruchdiebstähle und Einmietbetrügereien begangen haben soll. Deshalb erkannte der Leiter des Hotels den 30-Jährigen, als er sich in dem Haus in der Sonnwendgasse einmietete. Als der 30-Jährige zu Mittag auschecken wollte, wurde er festgenommen. Bei ihm wurden Einbruchswerkzeug – vier Schraubenzieher – und Geld sichergestellt, das von einem Einbruch in Eisenstadt stammen soll.

Foto: UT24

„Eine Frechheit“

„Ich finde das schon ein bisschen eine Frechheit“, so der Urheber des Fotos gegenüber UT24. „Wenn wir mal fünf Minuten falsch parkieren, werden wir gleich gebüßt. Es scheint, als würde die Polizei hier mit zweierlei Maß messen. Ich konnte beobachten, wie die Herren in Uniform in aller Ruhe einen Kaffeepause machten.“

Bild: Facebook/Screenshot

Dieser Superstar dreht sein Musikvideo bei uns – Video

„Perfect“ heißt die Liebesballade von Ed Sheeran. Die Hauptrollen darin spielen der Sänger selbst, sowie die US-amerikanische Schauspielerin Zoey Deutch. Seit dem gestrigen Donnerstag ist das Video online und wurde bereits allein auf der Plattform YouTube über acht Millionen Mal aufgerufen.

Vielen Tiroler Fans des 26-jährigen Sängers dürften dabei aber einige vertraute Dinge aufgefallen sein. So ist beispielsweise gleich am Anfang die Zillertalbahn zu sehen. Reinschauen und -hören lohnt sich:

LH Komptascher: "Die Zweisprachigkeistnachweis stellt seit 40 Jahren einen wichtigen Pfeiler unserer Autonomie dar." Foto: LPA/rm

Zweisprachigkeitsprüfung: die Entwicklung geht weiter

In einer Pressekonferenz haben heute (9. November) eine Reihe von Persönlichkeiten an die letzten 40 Jahre der Zweisprachigkeitsprüfung erinnert – wie diese zunächst eingeführt und im Laufe der Zeit immer wieder weiterentwickelt wurde. Und die Entwicklung geht weiter: Jetzt, wo der Zweisprachigkeitsnachweis als international anerkanntes Sprachzertifikat gilt, kündigt die Landesdienststelle für Zwei- und Dreisprachigkeitsprüfungen an, sich bald von den bisherigen Sprachniveaus A, B, C und D zu verabschieden und nur noch die international bekannten Zertifikatsnamen C1, B2, B1 und A2 verwenden zu wollen. Auch der Grad der Digitalisierung im Kontakt mit den Bürgern wird weiter ausgebaut, um die Abläufe zu beschleunigen und nutzerfreundlicher zu gestalten.

Landeshauptmann Arno Kompatscher, erinnerte daran, dass die Zweisprachigkeitsprüfung eine der wichtigen Säulen der Autonomie sei. “Sie ist es, die es jeder Bürgerin und jedem Bürger ermöglicht, das eigene Recht auf den Gebrauch der Muttersprache im Umgang mit der öffentlichen Verwaltung auszuüben”, sagte der Landeshauptmann, und das “sei ein ganz wesentliches Recht im Rahmen unserer Autonomie”. Zwei weitere Besonderheiten seien, dass die 13.000 Prüfungen im Jahr einen Nachweis in beiden Landessprachen lieferten, beziehungsweise in allen drei Landessprachen im Falle der Dreisprachigkeitsprüfung. Zudem sei sie für die Kandidaten völlig kostenlos.

Auch Regierungskommissar Vito Cusumano würdigte die Bedeutung der Zweisprachigkeitsprüfung und die beachtliche Entwicklung, die diese hinter sich habe.

Der ehemalige Direktor der Landesabteilung Präsidium, Karl Rainer, erinnerte an die vielfältigen Schwierigkeiten, die die Landesverwaltung im Jahr 1977 zu bewältigen hatte, um die ersten 6000 Kandidaten zur Prüfung antreten zu lassen. Dazu zählte beispielsweise die Tatsache, “dass auch perfekt zweisprachige Persönlichkeiten die Prüfung nicht bestanden”. Auch sei es nicht richtig, die Schule in die Verantwortung zu ziehen, wenn ihre Abgänger die Prüfung nicht auf Anhieb bestehen. “Schulen müssen andere Schwerpunkte setzen, als die, die bei der Prüfung zählen”, betonte Rainer.

Die Koordinatorin der zuständigen Dienststelle, Karin Ranzi, beschrieb, wie sich auch der Schwierigkeitsgrad gewandelt habe. Zum einen müssen Kandidaten nicht mehr übersetzen wie in den ersten Jahren, sondern ihre Sprachkompetenz in vier Modulen unter Beweis stellen. Es muss auch nicht mehr jedes Modul für sich bestanden werden, sondern das Endresultat aller vier Module ist ausschlaggebend.

Turmspringerin und Testimonial Tania Cagnotto die zweisprachig aufgewachsen ist, erzählte schließlich, wie sie beim ersten Durchlauf der Prüfung auf Grund einer Unachtsamkeit durchgefallen sei. Sie empfahl allen Südtirolern, so früh wie möglich mit dem Erlernen der zweiten Sprache zu beginnen.

Parallel zur Pressekonferenz lief auch die Informationsveranstaltung Kompakt-Info, die vierte in diesem Jahr. Sie ermöglicht es Bürgern in vielfältiger Weise, Details über den Ablauf und die Inhalte der Zwei- und der Dreisprachigkeitsprüfungen zu erfahren. Weitere Termine für Kompakt-Info im kommenden Jahr umfassen: 25. Jänner, 12. April, 12.Juli und 15.November 2018.

LPA

Symbolfoto: wikimedia.org/Xocolatl (talk)/gemeinfrei

Felssturz in Kufstein verlegt Straße

Die Straße ist derzeit zur Gänze gesperrt. Die Absicherungsarbeiten wurden durch die Stadtpolizei Kufstein und Einsatzkräfte der Feuerwehr Kufstein durchgeführt.

Bild: FF Waidbruck

33-Jähriger bei Unfall verletzt

Der 33-jährige Fahrzeuglenker zog sich dabei mehrere Verletzungen zu. Er wurde von der Feuerwehr Waidbruck aus seinem Fahrzeug geborgen und vom Notarzt und den Sanitätern des Weißen Kreuzes erstversorgt und anschließend ins Krankenhaus von Brixen gebracht. Die Carabinieri von St. Urlich nahmen die Unfallerhebungen auf.

APA (Archiv)

Erde bebt erneut

Die Erschütterungen wurden ersten Meldungen zufolge sowohl im Raum Hall als auch in Scharnitz (Innsbruck-Land) von einigen Personen verspürt. Schäden an Gebäuden sind keine bekannt und laut ZAMG bei dieser Stärke auch nicht zu erwarten. Der Österreichische Erdbebendienst ersuchte, das Wahrnehmungsformular auf der Homepage auszufüllen oder schriftliche Meldungen an die Adresse Hohe Warte 38, 1190 Wien zu schicken.

Bereits am Donnerstagvormittag waren in Tirol ebenfalls Erdstöße registriert worden (UT24 berichtete). Bei dem Beben der Magnitude 2,2 im Raum Fulpmes handelte es sich laut ZAMG um ein Nachbeben nach dem Erdbeben am vergangenen Freitag.

A che serve l’Europa?

Antonio Tajani, presidente del parlamento europeo, questa sera alle 21.00 sarà a Trento al Teatro Sociale, per una conferenza dal titolo emblematico: “A che serve l’Europa?” Senza dubbio, una gran bella domanda, che in tanti (soprattutto fra i “comuni cittadini”) si sono posti spesso…

Ospite della Fondazione Caritro,Tajani verrà intervistato da Pierangelo Giovanetti, direttore del quotidiano “L’Adige”.  Di cosa si parlerà nel corso della serata? I temi sono diversi e tutti di attualità.  Dalle elezioni in Austria, alla gestione dei flussi migratori, dalla situazione del Brennero alle riforme dell’Unione Europea, dalla proposta di un esercito unico del presidente francese Emmanuel Macron al completamento dell’unione bancaria e fiscale in Europa.  E naturalmente, si parlerà di Catalunya, di questi tempi  sicuramente il tema più scottante a livello europeo.

Tajani pare apprezzare in maniera particolare il sistema autonomistico della nostra Regione.  Il mese scorso, in occasione di un incontro a Bruxelles con i vertici del GECT (Rossi, Kompatscher e Platter), il presidente aveva affermato che l’Euregio  è “Un esempio di cooperazione tra regioni di confine. La dimostrazione che l’Europa unisce anche dove ci sono diversità  linguistiche ed etniche che vanno comunque rispettate senza superare i confini della Costituzione”.

Di certo, ci sarà chi proporrà a Tajani una soluzione simile per la Catalunya: chissà se qualcuno riuscirà a spiegare al Presidente del Parlamento Europeo (ma anche ai nostri Governatori) che a Barcelona si lavora (eccome se si lavora!) per l’indipendenza e non per la cosiddetta “weltbeste Autonomie”, l’autonomia “migliore al mondo” in salsa trentinsudtirolese.  E chissà se, fra i palchi del Teatro Sociale, si vedrà sventolare qualche Estelada e qualche Tiroler Fahne…