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  • FPÖ wechselt im Nationalrat auf antifaschistisches Edelweiß

    Mut, Tapferkeit und Liebe – dafür steht laut FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache das Edelweiß, dass die freiheitlichen Abgeordneten am Donnerstag zum Start der neuen Gesetzgebungsperiode des Nationalrats trugen. Mit dem Wechsel von der traditionellen Kornblume auf das alpine Edelweiß überraschten die Blauen politische Beobachter.

    APA

    Die Kornblume galt in der Romantik als Symbol für Natürlichkeit, zwischen 1933 und 1938 diente sie in Österreich auch als Erkennungszeichen illegaler Nationalsozialisten. Vor allem deshalb gab es in der Vergangenheit wiederholt Kritik am Blumenschmuck der Freiheitlichen. Das Edelweiß hat gleich eine ganze Reihe von Bedeutungen, wie IG-Autoren-Chef Georg Ruiss erklärt. Ruiss beschäftigt sich seit eineinhalb Jahrzehnten mit der Pflanze und bezeichnet sich selbst als “Edelweiß-Zusammenhangsammler”.

    Das Edelweiß ist ein asiatischer Einwanderer und im gesamten asiatischen Raum verbreitet, vor allem auch in seiner alpinen Form, erklärt Ruiss. Und: “Das Edelweiß ist eine antifaschistische Blume, sie wurde als Erkennungszeichen der von den Nazis als ‘Edelweißpiraten’ bezeichneten und verfolgten autonomen Jugendgruppen in der NS-Zeit unter dem Revers getragen.” Es ist auch das Partei-Logo der Südtiroler Volkspartei und der Partito Autonomista Trentino Tirolese. Die Südtiroler Volkspartei wird auch als Edelweißpartei bezeichnet.

    Laut Ruiss werde dem Edelweiß auch nachgesagt, die Lieblingsblume von Adolf Hitler gewesen zu sein. Das sei aber zu keinem Zeitpunkt der Fall gewesen. Der Nazi-Diktator hatte keine Lieblingsblume, so Ruiss, allenfalls noch Orchideen. “Edelweiß” ist zudem der populärste Song aus dem weltweit erfolgreichen Musical “Sound of Music”, der in englischsprachigen Ländern unter Ausbuhen und Auspfeifen der Nationalsozialisten als antifaschistisches Widerstandslied stehend mitgesungen wird.

    “Ob die FPÖ diese Bedeutungen bei der heutigen Angelobung mitgetragen hat, ist nicht bekannt, schön wäre es, und es gibt natürlich auch noch nachträglich die Möglichkeit, sich auch zu diesen Bedeutungen des Edelweiß zu bekennen”, meinte Ruiss.

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