• Südtirol
  • SBJ diskutiert über Anreize für Jungbauern

    Alleine die Begeisterung einen Hof zu übernehmen reicht heutzutage nicht aus, um den hohen Anforderungen der Gesellschaft gerecht zu werden. Bei einem zweitätigen Treffen in Wien haben Vertreter der Südtiroler Bauernjugend mit Kollegen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland aktuelle Themen diskutiert. Bei zwei Betriebsbesichtigungen erhielten die Teilnehmer einen Einblick in die Praxis.

    Bei Geschäftsführer Thomas Mayer dreht sich alles um die Tomate. Er stellte den Teilnehmern sein Betriebskonzept vor.

    Bei den Gruppenarbeiten kam immer wieder die Hofübergabe zur Sprache. Der Altbauer will sein „Lebenswerk“ in gute Hände abgeben, der Jungbauer will den Hof gleichzeitig voller Begeisterung mit neuen Ideen weiterentwickeln. Wichtig ist, und da sind sich alle Diskussionsteilnehmer einig, dass die Hofübergabe rechtzeitig erfolgen muss. Dass hier Handlungsbedarf besteht, belegen auch die Zahlen: „Nur jeder siebte Hofbesitzer in Südtirol ist unter 35 Jahre alt. Dem gegenüber ist jeder fünfte über 65. Da müssen auch von der Politik weitere Anreize kommen“, unterstreicht Andreas Mair, SBJ-Landessekretär.

    Rentenzuschuss für Altbauer bei Hofübergabe

    Ansetzen könnte man hier auch bei den Altbauern, so die Diskussionsteilnehmer. „Je besser die Absicherung des Altbauern ist, umso leichter fällt es ihm den Hof frühzeitig zu übergeben. Ein Rentenzuschuss für den Altbauer könnte hier ein konkreter Anreiz sein“, unterstreicht SBJ-Landesobmann Wilhelm Haller. Die Landesführung will diese Diskussionsergebnisse aus Wien auch mit in ihre Arbeitsgruppe nehmen, die sich demnächst mit dem Thema Junglandwirteförderung intensiv auseinandersetzen wird.

    Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit

    Für Diskussionen sorgte auch das Thema Wertschätzung. Angelika Springeth, SBJ-Landesleiterin unterstreicht: „Die Lebensmittelproduktion muss wieder mehr wertgeschätzt werden. Wir wollen den Konsumenten wieder neu die Hand reichen, das muss aber auf Gegenseitigkeit beruhen. Über die Zukunft diskutieren kann man nur, wenn man sich gegenseitig respektiert und das fordern wir von der Öffentlichkeit so auch ein.“

    Zwei unterschiedliche Hofkonzepte kennengelernt

    Am zweiten Tag stand ein Blick in die Praxis auf dem Programm. Dabei ging es für die Gruppe zunächst zum Familienbetrieb „Kainz & Mayer Marchfeldtomaten“. Der Betrieb in Obersiebenbrunn produziert unter einer Gewächshausfläche von 13 Hektar Rispen-, Cocktail- und Cherrytomaten. 7.000 Tonnen Tomaten kommen so auf den österreichischen Markt. Geschäftsführer Thomas Mayer führte die Gruppe ins Gewächshaus und erklärte: „Wir produzieren gentechnikfrei und verwenden ausschließlich geschmacksintensive Sorten. Auf der gesamten Dachfläche wird zudem ganzjährig Regenwasser gesammelt, über ein aufwändiges Rückführsystem hingegen wird jegliches Drainwasser in der Produktion gesammelt, aufbereitet und wieder verwendet.“

    Weiter ging es für die Teilnehmer auf den Biohof Adamah. Auf den Hof im Marchfeld wird auf 100ha BioGemüse, BioGetreide und BioKräuter angebaut. Die Vermarktung erfolgt über mehrere Standbeine: Zum einen über das „Adamah Biokistl“, über dem die Produkte je nach Wunsch frei Haus zugestellt werden. Zudem werden die Produkte über den Bioladen am Hof oder auf den Marktständen in Wien verkauft. Auf der Webseite gibt es sogar einen Bio Webshop. Angelika Springeth resümiert: „Wir haben in den zwei Tagen neue Bekanntschaften gewonnen und viel Neues erfahren. Es ist toll zu sehen, wie motiviert die Teilnehmer sind. Die Begeisterung für die Sache ist das, was uns verbindet.“

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