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    Einige träumen im Veneto von einer neuen Autobahn über die Alpen. Fällt der Samen auch in Osttirol auf fruchtbaren Boden?

    Rainer Sturm / pixelio.de

    Von Rupert Gietl

    Im vergangenen Dezember trafen sich in Osttirol Vertreter des Planungsverbandes 34 mit einer Delegation aus der benachbarten italienischen Regionen Belluno, Veneto und Friaul Julisch Venetien, um Verkehrskonzepte für die Zukunft zu besprechen.

    Die Delegation auf italienischer Seite war jedoch keine offizielle Vertretung der Regionen, sondern eher eine lose verbundene Gruppe von Interessensvertretern für den Autobahnbau.


    Allen voran der EU-Abgeordnete Remo Sernagiotto, der 2014 für Forza Italia ins Europäische Parlament gewählt worden ist. Vorher war er Regionalassessor in Venetien.

    Es ist die Rede von neuen Mobilitätskonzepten, umweltgerechtem Straßenbau, Elektrofahrzeugen,…

    In Wirklichkeit ist zu befürchten, dass es vielmehr darum geht, eine neue, leistungstarke Transitroute zwischen dem Hafen von Venedig und Süddeutschland zu betonieren.

    Während man beim Planungsverband Osttirol, bzw. bei dessen Obleuten, nicht abgeneigt zu sein scheint, haben sich bereits mehrere Bürgermeister entlang der potenziellen Strecke strikt gegen so ein Projekt ausgesprochen.


    Von den Befürwortern in Venetien hört man derweil, dass es Südtirol und Trentino nur darum ginge, keine Konkurrenz für die Brenner-Achse entstehen zu lassen.

    Der Bürgermeister von Kartitsch, Josef Außerlechner, spricht dazu klare Worte:

    Dieses trojanische Pferd ist in Wahrheit eine neue Transitschneise, die vornehmlich dem Schwerverkehr dienen soll, um die Wirtschaftsräume Nordostitaliens und Süddeutschlands miteinander zu verbinden. Die Alpen sind dabei ein Hindernis das möglichst schnell überwunden werden muss, deren Bewohner als Stimmvolk bei Wahlen unbedeutend.

    Alessandra Buzzo, die Bürgermeisterin von St. Stefano di Cadore, nimmt dazu gegenüber UT24 folgendermaßen Stellung:
    Die Gemeindeverwaltung von St. Stefano di Cadore hat mit einem Entscheid vom 13. Oktober 2016 ihre ablehnende Haltung gegen den Bau einer Autobahn ausgedrückt.
    Die Umweltkosten für unser Gebiet wären unschätzbar, abgesehen davon, dass so ein Vorhaben im Gegensatz zur Alpenkonvention steht.
    L’amministrazione comunale di Santo Stefano di Cadore con delibera di giunta in data 13 ottobre 2016, ha espresso la propria contrarietà alla realizzazione dell’autostrada.
    Il costo ambientale di un simile progetto per il nostro territorio sarebbe incommensurabile oltre ad essere in contrasto con la Convenzione delle Alpi.

    Mögen diese Stimmen nicht ungehört verhallen!


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